Schläge, Tritte und Eifersucht

21-Jähriger steht wegen Körperverletzung vor Jugendgericht

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21-Jähriger steht wegen Körperverletzung vor Jugendgericht

Zeugen beschreiben den Angeklagten als sehr eifersüchtig. Ein 21-jähriger Mann soll seine damalige Freundin geschubst, getreten und geschlagen haben.

Wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen muss sich ein 21-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwältin wirft dem jungen Mann vor, seine damalige Freundin zwischen Dezember 2017 und August 2018 mehrmals geschubst, getreten und geschlagen zu haben.

Beim ersten Vorfall habe der Angeklagte die junge Frau im Park in Neukirchen am Oberarm gezogen, so dass sie gefallen sei. Im März soll er seine Ex-Freundin bei sich zuhause mit einem Kabel geschlagen haben, im Juni sei es in Ziegenhain zu einer Verfolgungsjagd mit Schubsen und einem Tritt gekommen und kurz vor Ende der Beziehung, im August 2018, habe er die Frau vom Fahrrad gezerrt. 

Die Tritte und Schläge bestritt er 

Der Angeklagte gab zu, sich häufig mit seiner Freundin gestritten zu haben, doch bestritt er sowohl die Tritte als auch die Schläge. Bei einem Streit habe er mit einem Handyladekabel nach seiner Freundin geworfen. „Ich wollte sie nicht treffen und habe mich sofort entschuldigt“, erklärte er.

Die Jugendrichterin fragte ihn, worum es bei den vielen Streits gegangen sei. „Es ging immer wieder um ihr Schminken. Ich habe nie gesagt, dass sie es nicht tun darf, aber mir gefiel sie mit weniger Schminke besser“, so der Angeklagte. Außerdem habe sie zu viel Zeit mit ihm verbringen wollen, das habe ihn eingeengt.

Ausführliche Schilderung der Tatvorwürfe

Die Ex-Freundin, die auch als Nebenklägerin auftrat, berichtete von Übergriffen und schilderte die einzelnen Tatvorwürfe ausführlich. Selbst die Nachbarn ihres damaligen Freundes hätten sie einmal gefragt, ob sie die Polizei holen sollten. 

Der Vater des Angeklagten habe an einem Tag seinen Sohn auf dem Bett festhalten müssen und sie gebeten, nie wieder zu ihnen zu kommen, weil das besser für sie sei. Danach sei sie nie mehr dort gewesen und habe auch nach dem letzten Streit die Beziehung beendet.

Räumte "Respektschelle" vor Zeugin ein 

Eine Zeugin berichtete, dass sei bei dem Vorfall im Park sogar noch ihren Freund angerufen habe, weil sie Angst bekommen habe. Eine weitere Zeugin, die damals mit der Geschädigten in eine Klasse ging, sagte, sie habe oft blaue Flecke gesehen. 

Der Angeklagte sei sehr eifersüchtig gewesen. Als sie ihn einmal zur Rede gestellt und gesagt habe, dass er froh sein könne, noch nicht angezeigt worden zu sein, habe der Angeklagte nur geantwortet: „Wieso, nur wegen der Respektschelle, die ich ihr verabreicht habe?“

Ebenfalls ein ehemaliger Klassenkamerad bestätigte, der Angeklagte sei extrem eifersüchtig gewesen. Einmal habe er mit der Frau telefoniert, da habe der Angeklagte ihr Handy genommen und ihm aggressiv gedroht: „Ruf nicht so oft an, sonst hau ich dir aufs Maul.“ Das Gericht sah es am Ende des Prozesstages für erforderlich an, weitere acht Zeugen vorzuladen, so dass der Prozess demnächst fortgesetzt wird.

Auch in Fritzlar standen jüngst Jugendliche wegen Körperverletzung vor Gericht. Hier war der Hintergrund allerdings ein Raub und die Körperverletzung als gefährlich eingestuft. 

VON CHRISTIANE DECKER

Update vom 21.11.2019: Er soll seine Ex-Frau gestalkt und bedroht haben - deshalb stand ein Mann nun vor dem Amtsgericht Kassel. So fiel das Urteil aus.

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