1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt

Mehr Urbanität - In Treysa eröffnet Café und Treffpunkt „Dätschweck“

Erstellt:

Kommentare

Vier Handwerker arbeiten auf der Baustelle im zukünftigen „Dätschweck“.
In knapp vier Wochen soll alles bereit sein: Auf der Ladenfläche Bahnhofstraße 37, früher Sport und Mode Gundlach, an der Passage zur Schwalmgalerie eröffnet am Rotkäppchensonntag „Dätschweck“. © Anne Quehl

Bereits am Rotkäppchensonntag, 6. November, soll dort, wo augenblicklich Bauarbeiter das Sagen haben, ein Laden mit hohem Anspruch öffnen.

Treysa – Im „Dätschweck“, betrieben von der Fotografin Anna Lysikow, wird mit Geld aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ ein Ort geschaffen, der laut einer Pressemitteilung der Stadt „ein modernes Café mit einladender Eventlocation“ sein wird, „Ziele des Dätschwecks sind das Anbieten von regional erzeugten Produkten, das Netzwerken, der kreative Austausch, regelmäßige Events und wechselnde Ausstellungen, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Beseitigung von Leerstand und die Belebung der Bahnhofstraße“.

Vorstellung des Projektes im Wirtschaftsausschuss

Am Mittwochabend erfuhren der Wirtschaftsausschuss und einige Interessierte im Rathaus Ziegenhain Näheres. Stadtmanager Achim Nehrenberg zeigte sich überzeugt, mit Werksvertragspartnerin Anna Lysikow auf bestem Weg zu sein, die vertragliche Bindung wurde in der ersten Augustwoche unterzeichnet. Es werde eine große Angebotsvielfalt geben, ohne in eine Wettbewerbssituation mit dem angestammten Einzelhandel zu geraten. Seit der Preiszuerkennung vorigen Herbst habe man nach der passenden Person Ausschau gehalten, das sei, auch nach Meinung des Magistrats, Anna Lysikow.

Lysikow hat viele Pläne

Auch die Willingshäuserin und Gründerin des Labels „Schnatzplatz“ war anwesend, sie bekannte: „Ich brenne für die Schwalm.“ Seit 20 Jahren arbeite sie hier, im Dätschweck werde „Urbanität nach Schwalmstadt“ gebracht in Gestalt von Events, Lesungen und Tastings. Mehrfach genannt wurde der Begriff „Netzwerken“, wofür im Dätschweck viel Raum und Gelegenheit sein soll. Lysikow: „Wir bieten 230 Quadratmeter zum Wohlfühlen, fürs leibliche Wohl und Netzwerken auch nach Feierabend, zum Beispiel für die Einzelhändler.“

Portrait von Anna Lysikow Dätschweck-Betreiberin
Anna Lysikow, Dätschweck-Betreiberin © Anna Lysikow

Sie selbst verstehe sich dabei auch als Kontaktperson. Sie sprudele nur so vor Ideen wie dem digitalen Adventskalender via Instagram, wofür örtliche Unternehmen Preise stiften würden. Ein wesentliches Ziel sei es, Schwalmstadt bekannter zu machen. Dabei helfe auch ein Filmprojekt des Hessenfernsehens, das die Entstehung und die Anlaufphase begleitet.

Kritik an Transparenz der Projektvergabe

Die Präsentation im Ausschuss kam zustande, weil Teile der Fraktionen sich nicht ausreichend eingebunden fühlen, kritische Stimmen vermissen Transparenz in den Entscheidungen. Achim Nehrenberg unterstrich, dass die Führung des prämierten Projektes mit dem Arbeitstitel „Schwälmer Fenster“ in einem Werksvertrag vergeben werden musste, die Stadt selbst könne dies nicht leisten. Vertragszahlen gehörten aber nicht in die Öffentlichkeit, lägen jedoch dem Magistrat und den Fraktionen vor. Anna Lysikow sei „die beste Kandidatin“.

Fördergelder des Landes

Sie habe einen groben aber voll ausreichenden Businessplan, erläuterte diese auf Nachfrage von Ausschussleiter Thorsten Wechsel, und sie investiere auch eigenes Geld. Arbeiten werde sie mit mindestens einer Vollzeitangestellten sowie Aushilfen, die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Samstag, 11 Uhr bis 19 Uhr - plus gesonderte Veranstaltungszeiten. Stadtmanager Nehrenberg unterstrich, dass die Fördergelder bis Ende 2023 ausgegeben und abgerechnet sein müssen laut den Konditionen des Landesprogramms.

Auf den Namen „Dätschweck“ war die Familie Lysikow eher zufällig gekommen, als Tochter Mara nach anstrengendem Nachdenken darüber Appetit auf den süßen Klassiker, einen Schaumkuss zwischen Brötchenhälften, äußerte. Das wecke Kindheitserinnerungen und sei wie gemacht für das Vorhaben. (Anne Quehl)

Auch interessant

Kommentare