Neues Kaufverhalten 

Jetzt ist Flaschenbier gefragt: Neues Kaufverhalten seit Corona

In der Treysaer Privatbrauerei Friedrich Haaß wird in fünfter Generation Bier gebraut.
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In der Treysaer Privatbrauerei Friedrich Haaß wird in fünfter Generation Bier gebraut.

Das Jahr 2020 wird für die Privatbrauerei Friedrich Haaß in Treysa wohl im doppelten Sinne in die Geschichte eingehen.

Noch im März freuten sich Geschäftsführer Eckhard Haaß und sein Team über den Bau eines neuen Sudhauses mit zugleich der größten Investition seit 50 Jahren in Höhe von 1,35 Millionen Euro. Wenige Wochen später wird durch die Corona-Krise die Euphorie deutlich gebremst: „Wir spüren seit Anfang Mai natürlich die Auswirkungen – wir sind ja auch im Festgeschäft stark vertreten und am 1. Mai wäre die Saison ursprünglich richtig angelaufen“, sagt Haaß.

Haaß bleibt optimistisch

Der Treysaer Unternehmer rechnet in diesem Jahr mit Umsatzeinbußen von 40 Prozent – der Zeltverleih werde frühestens Ende August wieder anlaufen, glaubt der Braumeister. Immerhin einen positiven Effekt kann Haaß der Krise abgewinnen: „Wir können etwas entspannter mit den Testsuden und dem Anlaufen der neuen Anlage beschäftigen, stehen nicht ganz so unter Produktionsdruck.“ Klar sei aber, es werde ein schwieriges Jahr: „Aber wir sind ein gesunder Betrieb und können die Krise aussitzen“, ist Haaß optimistisch.

Verkauf von Flaschenbier ist um 25 Prozent gestiegen

Aber auch er habe als Unternehmer Kurzarbeit anmelden müssen und kurzfristig drei Lkws abgemeldet, um die Kosten zu minimieren. In den vergangenen acht Wochen war insbesondere der Fassbierumsatz stark eingebrochen, tendierte fast gegen Null. Was Haaß aber in der Krise wahrnimmt, ist ein verändertes Kaufverhalten: „Das regionale Produkt ist offenbar bei den Kunden wieder gefragter. Das merken wir in den Getränkemärkten, in denen wir mit unserem Bier vertreten sind.“ Der Verkauf von Flaschenbier sei zuletzt um 25 Prozent gestiegen und gleiche damit immerhin etwas den Fassbieranteil aus, der bei der Brauerei Haaß bei immerhin 40 Prozent liegt.

Lagerung in den Biertanks ist unkritisch 

Im Hinblick auf das beginnende Festgeschäft und die Umstellung der Produktion auf das neue Sudhaus war laut Haaß zuletzt im März auf Vorrat gebraut worden. „Wir dachten dann schnell, das war wohl zu viel. Aber die Lagerung in Tanks ist unkritisch und der Absatz hat sich mittlerweile durch die Nachfrage beim Flaschenbier wieder entspannt“, sagt der Treysaer.

Haaß schätzt besonders die Treue der Kunden – viele kauften Gutscheine – und spricht auch bei Festbetreibern und Organisatoren wieder von optimistischer Stimmung: „Viele Jubiläen und Feste sind ins kommende Jahr verschoben worden. Wenn alles nachgeholt wird, könnte es zu terminlichen Problemen beim Zeltverleih kommen. Man sollte frühzeitig planen“, erklärt Haaß.

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