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Trockenheit und Wind fachen Brände im Schwalm-Eder-Kreis an

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Von: Matthias Haaß

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Feldbrand in Rörshain
Ein Feldbrand in Rörshain hat auf eine benachbarte Böschung übergegriffen. Feuerwehren löschen den Brand rechtzeitig. © Johannes Rützel

Flächenbrände bei Rörshain beschäftigten Anfang Juli Feuerwehren aus drei Kommunen. Trockenheit, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind begünstigen die Brände. 

Schwalm-Eder. Mit der Trockenheit kommt das Feuer: Anfang Juli 2022 mussten die Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis immer wieder zu Wald- und Flächenbränden ausrücken. Bei Melsungen brannten nahe Kirchhof gut 150 Quadratmeter Wald, bei Wabern mussten die Einsatzkräfte oberhalb von Falkenberg einen brennenden Stoppelacker ablöschen.

Auch im Schwalmstädter Ortsteil Rörshain brannte ein abgeerntetes Getreidefeld. Der Brand bei Rörshain sei bislang auch einer der größten gewesen, teilte der Landkreis auf Anfrage der HNA mit.

Brandursachen: Glasscherbe ist ein Mythos

Nach Angaben von Polizeipressesprecher Markus Brettschneider sind technische Defekte an landwirtschaftlichen Maschinen wie beispielsweise heißgelaufene Lager oft Auslöser von Bränden. Man schließe aber auch fahrlässige Brandstiftung durch weggeworfene Zigaretten als Ursache nicht aus, so Brettschneider. Der Brand durch eine Glasscherbe ist hingegen ein Mythos.

Feuerwehr ruft zu Vorsicht auf

Angesichts des heißen Wetters und der ausbleibenden Niederschläge bestehe auch im Schwalm-Eder-Kreis erhöhte Waldbrandgefahr, sagte Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar: „Ich appelliere dringend an die Bevölkerung, sehr aufmerksam und vorsichtig bei der Freizeitnutzung unserer Wälder zu sein.“ Besondere Vorsicht muss in abgestorbenen Waldbeständen und auf kahlen Flächen eingehalten werden.

Zwei Waldbrandgefahrenstufen gibt es in Hessen

Zwei Waldbrandstufen in Hessen

In Hessen gibt es zwei Waldbrandgefahrenstufen, die vom Hessischen Innenministerium bei Bedarf verkündet werden. Bei Alarmstufe A besteht eine hohe Waldbrandgefahr. Bei Alarmstufe B herrscht eine sehr hohe Waldbrandgefahr, die unter anderem eine verstärkte Luftbeobachtung und die Möglichkeit zur flächendeckenden Sperrung von Grillplätzen, Waldwegen und Waldflächen beinhaltet, so das Ministerium. Aktuell wurde keine der Stufen aktiviert.

Besonders gefährlich wird es ab 30 Grad Celsius

Hohe Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind begünstigen Vegetationsbrände. Fachleute sprechen von der 30/30/30-Regel – Waldbrandwetter. Gemeint sind 30 Grad Celsius, 30 Prozent Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit über 30 km/h. Der Merksatz komme aus den USA, dort sei die Erfahrung mit Wald- und Flächenbränden größer, erklärt Sean Mike von @fire, einer nicht staatlichen Hilfsorganisation, die sich in Deutschland auf das Thema spezialisiert hat.

In den USA soll damit auch die Zivilgesellschaft sensibilisiert werden. Wenn die Rahmenbedingungen vorhanden sind, dann ist die Gefahr von Vegetationsbränden relativ groß, weiß Mike: „Darauf können sich auch die Feuerwehren einstellen.“

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