Behörden und Baufirmen informierten über Weiterbau der A49

Tunnelanschlag im März

Volles Haus: Etwa 120 Zuhörer informierten sich am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Frankenhain über den Tunnelbau und die damit verbundenen Beeinträchtigungen. Fotos:  Rose

Frankenhain. Um den Bau des Autobahntunnels ging es am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Frankenhain: Vertreter von Hessen Mobil und den zuständigen Baufirmen erläuterten das Projekt und informierten über den Ablauf.

Im März steht der Anschlag für den 900 Meter langen und 52 Millionen teuren Tunnel bevor. Fertig sein soll das Bauwerk im Sommer 2015. „Dann könnten wir die vier Talbauwerke in Angriff nehmen – die sind allerdings noch nicht finanziert“, erklärte Reinhold Rehbein von Hessen Mobil.

Albrecht Gunzenhauser, Geschäftsführer der Firma Marti Tunnelbau, erläuterte, dass zu Spitzenzeiten 80 bis 100 Mitarbeiter am Tunnel arbeiten würden. Die Geologie bezeichnete der Experte als „gutmütig“: Die Hangsicherung am Portal Süd/Nord beinhalte zunächst den lagenweisen Abbau der Erde, dann werde der Voreinschnitt mit Baustahlmatten und Spritzbeton gesichert.

Jede Menge Messungen

Begleitend zum Bau werde es Vermessungsarbeiten, Erschütterungsmessungen und Schallmessungen geben. „Schallpegelmessungen in etwa zwei Metern Entfernung zur Gebäudefassade.“ Nötig sei auch die so genannte Beweissicherung in Frankenhain: „Alle Gebäude in der Ortslage werden beschrieben und fotografiert. Mittels einer Rissschablone werden Auffälligkeiten und Schäden in Länge und Breite dokumentiert“, erläuterte Experte Thomas Walter.

Das Beweissicherungsverfahren werde jedem Hauseigentümer angeboten: „Die Kosten trägt der Bund“, erklärte Rehbein. Für Ortsvorsteher Reinhard Darmstadt und die vielen Zuhörer – einige mussten stehen – stand jedoch nicht die Technik des Tunnelbaus im Vordergrund, sondern die Frage, welche Beeinträchtigungen der Bau für die Frankenhainer mit sich bringt. Die in den kommenden Monaten abgetragene Erde werde beispielsweise auf der Baustelle belassen: „Es gibt drei Ablageflächen. Die Erde dient zur Geländemodellierung“, sagte Gunzenhauser. Wirtschaftswege würden für den An- und Abtransport des Materials nicht befahren. Für die Baustelle gebe es ein Wegenetz.

Nachts kein Lkw-Verkehr

Wilhelm May von der Initiative Schwalm ohne Autobahn wollte wissen, mit viel Verkehr zu rechnen sei. Allein 140 000 Tonnen Beton würden verbaut: „Zugehend sind das etwa 6000 Lastwagen“, schätzten die Experten. Johannes Biskamp erkundigte sich, ob auch nachts geliefert beziehungsweise abtransportiert würde. Der Mitarbeiter der Erdbaufirma erklärte: „Das wird nur am Tag gemacht. Abgebautes Material kann problemlos zwischengelagert werden.“

Die Zerstörung des Elisabethpfades beklagte Renate Spanknebel. Bernhard Klöpfel von Hessen Mobil versicherte: „Es wird eine Neufestlegung des Weges geben.“ Michael Eisenach bat die Verantwortlichen, mit dem Frankenhainer Berg und seiner kulturhistorischen Bedeutung achtsam umzugehen.

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