Überfall nach Flucht aus JVA in Schwalmstadt

Schwälmer Sicherungsverwahrter raubt Bank in Wien aus

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Im Stacheldraht der Gefängnismauern klemmt ein alter Fußball der Insassen.

Beim Freigang in Kassel entwischte Anfang September ein Sicherungsverwahrter aus Schwalmstadt den Justizbeamten. In Wien beging der Mann einen bewaffneten Raubüberfall, jetzt wurde der 68-Jährige in Bulgarien festgenommen. Dabei konnten sowohl ein Teil der Raubbeute als auch Tatutensilien sichergestellt werden. Der Beschuldigte befindet sich derzeit in Bulgarien in Auslieferungshaft, wobei die Auslieferung nach Österreich durch die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt beantragt wurde.

Schwalmstadt/Wien. Ein Schwalmstädter Sicherungsverwahrter, der bei einem begleiteten Freigang in Kassel entwischt ist, soll in der Nähe von Wien einen bewaffneten Banküberfall begangen haben.

Die österreichische Polizei suchte über eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem 68-Jährigen. Das geht aus einer Berichterstattung der TZ Österreich hervor.

Flucht bei Einkauf in Kassel

Dem als gefährlich geltenden Sicherungsverwahrten K. gelang die Flucht beim Einkaufen im Dez in Kassel (HNA berichtete). Mit einem Hubschrauber und vielen Einsatzkräften war nach dem Mann gesucht worden. Die Kasseler Polizei nahm damals an, dass der 68-Jährige in Richtung Vellmar getürmt sein könnte. Eine Öffentlichkeitsfahndung gab es nicht.

Sicherungsverwahrter aus Schwalmstadt begeht Raub in Wien.

Überfall in Krumbach mit einer Waffe nach Flucht aus JVA in Schwalmstadt

Nur eine Woche später soll er in Krumbach in der Nähe von Wien eine Bank überfallen haben. Laut der österreichischen Polizei passierte der Raub am 15. September gegen 7.30 Uhr. K. hat demnach einem Angestellten am Hintereingang der Bank aufgelauert und ihn mit Waffengewalt zum Betreten der Bank gezwungen. Anschließend habe er ihn und eine zweite Angestellte mit der Waffe bedroht. In weiterer Folge habe er Bargeld erbeutet, die Angestellten in ein Büro eingeschlossen und sei geflüchtet. Dabei war er mit einem Mercedes C 180 Coupé mit deutschem Kennzeichen unterwegs. Bei dem Verbrechen wurde niemand verletzt, die Fahndung verlief negativ.

Später wurde der 68-jährige Deutsche K. als Beschuldigter ermittelt. Der bereits einschlägig vorbestrafte und als gefährlich geltende Mann sei am 7. September aus einer deutschen Justizanstalt für „gefährliche Rückfallstäter“ geflohen, heißt es in der Pressemitteilung der österreichischen Polizei.

Polizei in Kassel und Staatsanwaltschaft äußern sich noch nicht

Die deutschen Behörden wie die Polizei in Kassel und die Staatsanwaltschaft in Darmstadt, die für die Flucht des Schwalmstädter Sicherungsverwahrten zuständig ist, wollen sich nicht äußern. Es habe in Deutschland keine Öffentlichkeitsfahndung gegeben, lautet die Begründung. Zu dem Flüchtigen heißt es aus dem Justizministerium: Der Untergebrachte K. befinde sich nach Verbüßung seiner Strafe wegen Raubes seit Ende 2015 in der Sicherungsverwahrung in Schwalmstadt. (Sylke Grede)

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