1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt

Schwalm-Eder: Übung soll auf Ernstfall vorbereiten

Erstellt:

Von: Matthias Haaß

Kommentare

Feuerwehr Treysa übt in Ziegenhain beim Kreisentscheid. Feuerwehrleute tragen eine Leiter.
Wettbewerb mit ernstem Hintergrund: Bei der Feuerwehleistungsübung muss jeder Handgiff sitzen. Es geht um Zeit und Punkte. Unser Archivbild zeigt eine Mannschaft der Feuerwehr Treysa. © Jörg Dörnger

Von Aufbruchstimmung nach der langen Coronazwangspause ist zumindest bei den Feuerwehrwettbewerben nichts zu spüren. In diesem Jahr machten beim Kreisentscheid in Ziegenhain lediglich 24 Mannschaften. 2011 waren es noch 56.

Schwalm-Eder. Schon vor vier Jahren berichteten wir über das nachlassende Interesse der Wehren an den Wettbewerben. Corona scheint den Trend beschleunigt zu haben.

Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar wirbt für die Wettbewerbe, die nicht nur auf Kreisebene stattfinden, sondern auch das Bild der meisten Feuerwehrfeste prägen. Feuerwehr sei ein Handwerk, das auf praktischen und theoretischen Fähigkeiten sowie Kameradschaft fußt, betont Dittmar: „Insbesondere vor diesem Hintergrund halten wir die Leistungsübung absolut für zeitgemäß.“ Bei der Leistungsübung werden Abläufe drillmäßig eingeübt. Drill ist in diesem Fall positiv zu verstehen, denn dadurch bleibt der Feuerwehrangehörige auch in Stresssituationen handlungssicher. „Die Einübung von lebenswichtigen Fertigkeiten für Einsatzkräfte und oder Hilfsbedürftigen ist für Feuerwehren immer aktuell“, betont Tanja Dittmar.

Die Übungsziele der Hessischen Feuerwehrleistungsübungen seien einsatzorientiert und stellen nicht nur „einfache Wettkämpfe“ dar, betonte auch ein Sprecher des Hessischen Innenministeriums auf Anfrage der HNA: „Die Übungsinhalte und -ziele werden zeitgemäß in gewissen Abständen den Einsatzerfordernissen unter Beteiligung der Hessischen Landesfeuerwehrschule angepasst.“

Praktische Ausbildung ist ein zentrales Element

Aus Sicht des Landes fördert der Wettkampfcharakter nebenbei auch das Gemeinschaftsgefühl und die Kameradschaft in den Feuerwehren. Etwas was in den vergangenen zwei Jahren oft zu kurz gekommen ist. Auch für die Feuerwehren galten die Corona-Lockdowns. Statt praktischem Übungsdienst standen oft Online-Schulungen auf dem Programm.

In der schwierigen Pandemiezeit hätten die Feuerwehren große Flexibilität gezeigt und neue, digitale Wege der Wissensvermittlung für sich erschlossen, so die Kreisbrandinspektorin: „Trotzdem werden praktische Ausbildung und die praktische Umsetzung von theoretisch Erlerntem immer eine zentrale Rolle in der Feuerwehr spielen.“

Übung fördert die Teambildung

So sieht es auch das für die Feuerwehren zuständige Innenministerium. Insbesondere für jüngere Mitglieder der Einsatzabteilungen und Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die ab dem 17. Lebensjahr in die Einsatzabteilung übernommen werden, stelle die Hessische Feuerwehrleistungsübung einen bedeutsamen Teil der praxisnahen Ausbildung dar, da wesentliche Elemente der Grundtätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz enthalten sind und in Form eines Wettkampfes im Mannschaftsgefüge trainiert werden können, erklärt der Sprecher: „Dies fördert die Integration der jungen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden in den Einsatzabteilungen und stärkt das Zusammenwachsen der Einsatzabteilung in den Altersschichten.“

Ob es auch im kommenden Jahr eine Leistungsübung auf Kreisebene geben wird, kann der Schwalm-Eder-Kreis nicht sagen, da dies in der Verantwortung der Landesfeuerwehrschule und des Innenministeriums liege. Bei 27 Kommunen und in diesem Jahr 24 teilnehmenden Mannschaften sei der Aufwand aber in jedem Fall gerechtfertigt. „Wir hoffen, dass sich das Feuerwehrleben im Laufe des Jahres 2022 weiter normalisieren wird und freuen uns deshalb für 2023 auf eine Mannschaftszahl von weit über 30“, sagt die Kreisbrandinspektorin

Auch interessant

Kommentare