Einen Monat nach der Ölattacke in Riebelsdorf fehlt von dem Täter weiter jede Spur

Die Unsicherheit bleibt

Auch die Gartenhütte des Paares beschmierte der Täter. Die Versicherung kommt nicht für alle Schäden auf. Foto: Brück

Riebelsdorf. Die Spuren der Attacke haben sich tief in die Fassade von Maren Marställers Haus gesogen – und in das Gedächtnis der 25-Jährigen. Im Büro der KFZ-Werkstatt, die sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner in Riebelsdorf betreibt, scheint der Alltag wieder eingekehrt zu sein. Die junge Frau schreibt Rechnungen und bearbeitet Bestellungen, während sie an ihrer Kaffeetasse nippt.

Doch der Blick aus dem Fenster erinnert Marställer sofort wieder an die Nacht, als Unbekannte ein Diesel-Schmieröl-Gemisch auf die Fassade ihres Hauses spritzten. „Der erste Schock ist zwar überwunden, aber die Unsicherheit bleibt“, sagt Marställer. „Die waren ja bei uns Zuhause.“

Kosten bleiben

In den ersten Wochen nach der Attacke seien sie und ihr Partner jede Nacht durch die Wohnung gegangen, um zu schauen, ob etwas passiert. Als Reaktion auf die Attacke haben sie Bewegungsmelder mit Leuchtstrahlern angebracht und lassen das Licht in der Firma neben dem Haus die ganze Nacht brennen.

Zudem haben sie alle Türen austauschen lassen und wollen demnächst Kameras auf ihrem Grundstück anbringen. „Damit wir sicher sind“, erklärt Marställer. Die Fassade ihres Hauses muss komplett neu gestrichen werden. Da der ölverschmierte Putz umweltgerecht entsorgt werden muss, wird es vier bis sechs Wochen dauern, die Spuren des Angriffs zu beseitigen.

Die Versicherung wird den Schaden von 60 000 bis 70 000 Euro nur zum Teil bezahlen. Auf einem Teil der Kosten bleibt das junge Paar sitzen. „Das ist für uns natürlich gerade in der Gründungsphase unserer Firma schwer“, sagt Marställer. Es ist jedoch nicht das Geld, das Maren Marställer am meisten beschäftigt: „Das Wichtigste für uns wäre zu wissen, wer das gemacht hat und warum.“

Viele Hinweise

Eine Antwort auf diese Fragen ist den KFZ-Meistern bis zu 3000 Euro wert. So hoch ist die Belohnung, die sie für Hinweise auf den Täter ausgesetzt haben. Besonders in sozialen Netzwerken wie Facebook bitten die beiden um Hilfe bei der Suche nach dem Täter.

Das Interesse ist groß: Sie habe so viele Nachrichten erhalten, dass sie gar nicht alle beantworten könne, erzählt Marställer. Aus ganz Hessen habe sie nach ihrem Aufruf mehr als 150 neue Freundschaftsanfragen erhalten. Unter den vielen Hinweisen sei aber leider bisher kein verwertbarer dabei gewesen. Auch die Polizei tappt weiter im Dunkeln. Auf Nachfrage der HNA heißt es, man habe keine neuen Erkenntnisse.

Hintergrund unklar

Maren Marställer hofft daher, dass die Spurensicherung anhand von zwei Ölkanistern, die jemand in der Nähe im Gebüsch gefunden hat, etwas herausfindet. „Es ist gut, wenn alle weiter die Augen offen halten“, sagt sie. Selbst kann sich Marställer nicht vorstellen, warum jemand ihr Haus beschmieren sollte. „Ich wüsste nicht, dass ich Feinde habe“, sagt sie. Es gebe im Ort viele Gerüchte, von denen jedoch keines stimmen würde. Einen politischen Hintergrund schließt sie aus. „Ich habe auf Facebook schon mal etwas gegen Rechte gepostet, aber mit jemandem angelegt habe ich mich nicht.“

Von Dominik Brück

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