Situation um Reha-Klinik weiter ungeklärt – Land gibt keine Auskunft

Urbachtal: Noch immer keine Flüchtlinge - Situation um Reha-Klinik weiter ungeklärt

Trügerische Idylle in der Abendsonne: Links die leerstehenden Gebäude der Reha-Klinik im Urbachtal in Neukirchen, rechts die Hallen in Leichtbauweise. Sie sind zwar fertig, aber noch immer nicht mit Flüchtlingen belegt. Foto: Grede

Neukirchen. Die Situation um die Erstaufnahme für Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Reha-Klinik in Neukirchen entwickelt sich zum Kuriosum.

Noch immer sind keine Flüchtlinge da - obwohl die Einrichtung seit knapp zwei Monaten in Betrieb ist. Und plötzlich treten nicht nur eine, sondern zwei holländische Investorengruppen auf, die Verträge mit dem Land schließen wollen und die leerstehende Klinikgebäude für Flüchtlinge wieder flott machen wollen.

Zu der neu auftretenden Investorengruppe gehört der niederländische Eigentümer Wim Verheul, hinter dem laut Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich die holländische Van-der-Valk Hotelgruppe steht. In Konkurrenz dazu tritt die niederländische Gruppe auf, die - angeblich im Auftrag des Eigentümers - die aktuelle Einrichtung in Leichtbauweise errichtet hat. Gestreut werden allerdings auch Gerüchte, dass diese Firma ohne das Einverständnis des Eigentümers gehandelt haben könnte. Dieses Unternehmen aus Enschede will für zehn Millionen die Klinikgebäude für Flüchtlinge ertüchtigen und an das Land vermieten.

Der Eigentümer Verheul hat noch immer 400 000 Euro Steuerschulden bei der Stadt Neukirchen. Ministerpräsident Volker Bouffier hatte sich bei einem Besuch im Januar in Neukirchen persönlich dafür verbürgt, dass das Land keine Verträge mit einem säumigen Steuerzahler schließen wird.

Darüber, wie weit die Verhandlungen gediehen sind, gibt es in Wiesbaden auch auf Nachfrage keine Auskunft. „Keine Belegung, bis eine politische Entscheidung erfolgt ist“, heißt es allerdings über die Erstaufnahmeeinrichtung in Neukirchen in der internen Meldestatistik des Regierungspräsidiums, die der HNA vorliegt. Offiziell liefert das RP Kassel eine anders lautende Erklärung: Die Belegung der hergerichteten Liegenschaft sei aufgrund der momentanen Bedarfslage derzeit nicht notwendig.

Von Sylke Grede

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