Gruppenwasserwerk gab weniger Wasser als im vorigen Jahr ab

Verbraucher sollten nicht immer sparen

Schwalm-Eder. Der Wasserverband Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg hat in diesem Jahr weniger Wasser an die Menschen in der Region abgegeben als noch im Jahr zuvor. Zapften die Verbraucher 2008 noch von Felsberg bis Fritzlar und Frielendorfvier Millionen Kubikmeter (vier Milliarden Liter) Wasser aus den Hähnen, so waren es 2009 zwei Prozent weniger.

„Wir verzeichnen deutlich den Trend, dass die Menschen weniger Wasser als noch vor einigen Jahren benötigen“, stellt Betriebsleiter Alexander Wilhelm fest. Das liege zum einen an modernen Wasch- und Spülmaschinen, die weniger verbrauchten, zum anderen aber auch daran, dass viele Menschen Wasser auch in Bad und WC wesentlich sparsamer einsetzen. Viele drückten nach dem Gang zur Toilette oft nur die Spartaste der Spülung, anstatt das Wasser üppig rauschen zu lassen.

Das stelle Wasserwirtschaftlicher gleich vor zwei Probleme, sagt Alexander Wilhelm. Denn erstens bleibe es nicht aus, dass die Preise weiter steigen werden, wenn der Verbrauch bei steigenden Betriebskosten weiter sinke.

Zum anderen aber fließe mit dem nachlassenden Verbrauch auch wesentlich weniger Abwasser durch die Kanalisation - dabei werde das dringend gebraucht, um die Schmutzfracht bis in die Kläranlagen zu transportieren.

Da klafft die Schere im Kopf von Umweltschützern weit auf: Wer beim Zähneputzen den Hahn abdrehe und damit Ressourcen schonen wolle, sagt Wilhelm, leiste nicht unbedingt aktiven Umweltschutz. Denn das Lebensmittel Wasser fließe in der Region aus einem schier unerschöpflichen Vorrat: „Es besteht keinerlei Notwendigkeit, Wasser zu sparen.“

Das Gruppenwasserwerk wolle auch künftig ein gutes Preis-Leistungverhältnis und ein funktionierendes Ver- und Entsorgungssystem bieten. Das soll den Verbraucher in absehbarer Zeit nicht mehr kosten: Die Zeit für eine Preiserhöhung sei auch 2010 noch nicht gekommen.

ZUM TAGE, 2. LOKALSEITE

Von Claudia Brandau

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