Bürgerinitiative Schöner Ausblick: Geplanter Windpark gefährdet Trinkwasserqualität

Verein fordert Prüfung

Immichenhain/Hattendorf. Die Bürgerinitiative Schöner Ausblick beklagt in einer Pressemitteilung, dass der geplante Windpark Gleiche massiv die Trinkwasserqualität im Immichenhainer Nachbarort Hattendorf gefährden würde.

Zu diesem Schluss komme eine Begutachtung des örtlichen Wasserschutzgebietes, die der Verein Schöner Ausblick in Auftrag gegeben hat.

Angefertigt hat das Gutachten der Biologe Olaf Kiffel aus Mainz, der seit rund 20 Jahren beratende Tätigkeiten für Bürgerinitiativen, Vereine, Parteien und Einzelpersonen in immissionsschutzrechtlichen Verfahren wahrnimmt.

Im Falle „Die Gleiche“ enthält das Gutachten folgende Feststellungen: Vier der aktuell noch sechs geplanten Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von 206 Metern sind im Wasserschutzgebiet Hattendorf gelegen. Zur Errichtung dieser Anlagen sei jeweils ein Betonfundament mit einem Durchmesser von rund 25 bis 30 Metern und einer Tiefe von vier Metern notwendig. Da dieser Beton stark mit Schwermetall belastet sei und dieses beim Kontakt mit Wasser oder Boden ausgelöst würden, gelangten die Metallpartikel in den Boden und in das Grundwasser.

Verstärkt würde dieser Effekt noch einmal durch den sauren Waldboden. Erwartet wird laut Gutachten, dass jährlich bis zu ein Kilogramm Schwermetalle aus den Fundamenten ausgewaschen wird. Diese Belastung würde sich dann unmittelbar auf die Trinkwasserversorgung von Hattendorf auswirken. Geteilt wird diese Einschätzung auch von den Stadtwerken Alsfeld.

Gravierende Folgen

Dr. Martin Böhm, Internist und Vorstandsmitglied im Verein Schöner Ausblick, schlägt ob dieser schleichenden Form der Schwermetallvergiftung Alarm: „Dieses Schwermetall lagert sich im Körper vorrangig in Niere, Lunge und Leber ab. Einmal aufgenommenes Cadmium wird zudem nur sehr langsam wieder ausgeschieden.

Wegen seiner langen biologischen Halbwertzeit (Niere und Lunge 10 bis 20 Jahre, Leber 5 bis 10 Jahre) seien daher die Gewebe älterer Menschen stärker belastet.

In einer neuen Leitlinie der Wissenschaftlich Medizinischen Fachgesellschaften für Arbeitssicherheit von 2014 wird Cadmium darüber hinaus nun als eindeutig krebserregend eingestuft. Da die Aufnahme vor allem aus Trinkwasser und der Nahrung, hier insbesondere aus Kartoffeln, Weizen und einigen Waldpilzarten, erfolgt, würde sie fast unausweichlich alle Bürger von Hattendorf betreffen, warnt der Verein.

Deshalb fordert die Bürgerinitiative Schöner Ausblick alle betroffenen Kommunen dazu auf, eine Umweltverträglichkeitsvollprüfung in Auftrag zu geben. (dag)

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