Bürgermeister zieht positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit

Klaus Wagner sieht viel Licht und wenig Schatten in Oberaula

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Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner kandidiert am 6. März für eine zweite Amtszeit. Foto: Eisenberg

Oberaula. Ohne Gegenkandidaten bewirbt sich Klaus Wagner (CDU) am 6. März um eine zweite Amtszeit als Bürgermeister in Oberaula. Wir sprachen mit dem 54-Jährigen über die zurückliegenden sechs Jahre und die Zukunft des Luftkurorts.

Ist der Job als Rathauschef eigentlich so unattraktiv, dass ihn außer Ihnen niemand machen möchte?

Klaus Wagner: Ich habe schon im Scherz zu meinem Kirchheimer Bürgermeisterkollegen gesagt: „Manfred, wir sind zwei arme Schweine. Was wir machen, will sonst keiner tun.“ Im Ernst: Für mich ist es ein attraktiver Job, der Spaß macht. Ich werte es als Zeichen, dass man nicht ganz unzufrieden mit mir sein kann. Natürlich ist es auch nicht einfach, gegen den Amtsinhaber zu kandidieren.

Wie fällt Ihre Bilanz der ersten Amtszeit aus?

Wagner: Viel Licht, wenig Schatten. Wir haben eine Menge Projekte abgearbeitet. Allem voran das Sozialzentrum. Dann natürlich Dorferneuerung und Straßenbau in Wahlshausen sowie die neue Rettungswache. Beim Schwimmbadverein oder dem Nachbarschaftshilfeverein habe ich bei der Gründung mitgewirkt. Die Schulden haben zwar zugenommen. Aber was wir aus dem Geld gemacht haben, kann sich sehen lassen.

Der aktuelle Haushalt hat ein Defizit von 213 000 Euro. Wie soll der Ausgleich gelingen?

Wagner: Wir wollen 2017 die schwarze Null erreichen und planen noch einmal eine Anhebung der Grundsteuer B um 20 auf 460 Punkte. Natürlich profitieren wir vom neuen kommunalen Finanzausgleich. Auf ungefähr 60 000 Euro Verbesserungen im Haushaltssicherungskonzept haben wir keinen direkten Einfluss. Weitere 150 000 Euro haben wir uns selbst vorgenommen.

Wo wollen Sie sparen?

Wagner: Wir werden in diesem Jahr aus dem kommunalen Investitionsprogramm massiv in die Straßen und Wege investieren. Die Infrastruktur ist dann in Schuss, und wir können allein im nächsten Jahr 50 000 bis 60 000 Euro weniger ausgeben. Der Rest wird alle anderen Bereiche betreffen.

Wie kann man Oberaula als Wohnort für junge Leute attraktiver machen?

Wagner: Im Moment entscheiden sich viele Ältere bewusst für Oberaula, weil die Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und ärztlicher Versorgung stimmt. Für junge Familien haben wir das Angebot der Kindergärten massiv ausgebaut und wollen unser Waldschwimmbad erhalten. Wir sind ein attraktiver Wohnstandort, allerdings fehlen die Arbeitsplätze. Umso wichtiger sind gute Verkehrsanbindungen. Auf der Buslinie Bad Hersfeld-Schwalmstadt sind wir mit zahlreichen Fahrten in jede Richtung gut versorgt.

Wie stehen die Chancen, neue Betriebe anzusiedeln?

Wagner: Unser Ziel ist zunächst, vorhandene Betriebe zu halten. An der Gewerbesteuerschraube werden wir vorläufig nicht drehen und bei 380 Prozentpunkten bleiben. Die einzigen auf dem Papier ausgewiesenen größeren Gewerbeflächen bei Wahlshausen sind in Privatbesitz. Die Gemeinde kann es nicht stemmen, sie auf Vorrat zu kaufen und zu erschließen. Bei konkretem Interesse wären wir natürlich behilflich.

Wie soll es touristisch weitergehen?

Wagner: Wir sind sehr interessiert an einer gemeinsamen Vermarktung innerhalb des Rotkäppchenlandes und der Grimm-Heimat. Da läuft schon eine Menge, es lässt sich aber gewaltig ausbauen. Wir brauchen zertifizierte Wanderwege über Gemeindegrenzen hinweg. Heute bucht der Gast im Internet. Das geht bisher nur bei einer Minderzahl der Beherbergungsbetriebe. Highlights wie den Golfplatz oder den Bahnradweg müssen wir offensiver nach außen tragen.

Die Opposition wirft Ihnen Amtsführung im Hauptmann-Stil vor. Hat Ihr früherer Beruf Spuren hinterlassen?

Wagner: Ich halte das für kompletten Schwachsinn und eine Beleidigung all derer, die bei der Bundeswehr in Führungsfunktion tätig sind. Ein Hauptmann ist unter anderem Manager, Lehrer, Berater und Richter. Vieles kommt mir heute noch zu Gute. Schon bei der Bundeswehr hatte ich einen sehr kooperativen Führungsstil. Ich halte es für keinen Nachteil, wenn ich manchmal – ohne in den Befehlston zu verfallen – sage, wo es meiner Meinung nach langgehen soll.

Was würde es für Ihre Arbeit bedeuten, wenn die CDU die Mehrheit im Parlament verlieren sollte?

Wagner: Ich habe die Gremien immer ausführlich informiert und würde daran nichts ändern. Ich glaube aber, dass die CDU wieder eine tolle Liste aufgestellt hat. Mit Blick auf die erwähnten Projekte kann die Mehrheitsfraktion so viel nicht falsch gemacht haben. Auch die SPD hat vieles mitgetragen, bei einigen Dingen aber eine andere Meinung gehabt. Der Wähler wird es letztlich entscheiden.

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