Volles Haus zum Chorworkshop in Röllshausen mit Musiker Jan-Henrik Herrmann

Profi in Sachen Chorgesang: Musiker Jan-Hendrik Herrmann (30) probte mit 120 Chorsängern, die nicht nur aus der Schwalm zum Workshop nach Röllshausen gekommen waren. Foto: Rose

Röllshausen. Emotionen, Stimmfarbe, Groove im Chor: Unter diesem Motto stand am Wochenende der 13. Chorworkshop in Röllshausen. Organisiert wurde das Probenwochenende vom Chor Mundwerk, unterstützt vom Sängerkreis Schwalm-Knüll im Mitteldeutschen Sängerbund.

Als Workshopleiter war diesmal Jan-Hendrik Herrmann in die Schwalm gekommen. Der 30-jährige Detmolder studierte Lehramt Musik und Latin Percussion an der Hochschule Köln.

Seit seinem Abschluss ist Herrmann freischaffender Musiker und vielseitig tätig. Unter anderem arbeitet er als Stimmbildner, Chorleiter und Vocalcoach, er singt zudem selbst als Bariton und Beatboxer in verschiedenen Vokalensembles. Zusätzlich arrangiert der Vollblutmusiker und ist als Schlagzeuger, Percussionist und Pianist in Bands und Formationen zu erleben. Erleben durften den 30-Jährigen auch 120 Workshopteilnehmer.

Etablierte Veranstaltung

Die waren nicht nur aus der Schwalm gekommen: „Die Veranstaltung hat sich hervorragend etabliert und zieht auch überregionale Gäste an“, erklärte Evelyn Michel, Leiterin des Chores Mundwerk.

Für Herrmanns stand im Mittelpunkt des Workshops, Emotionen abzubilden: „Das Lernen der Töne ist das eine, das Gestalten auf Grundlage von Emotionen das andere, was Chorgesang ausmacht“, sagte der Musiker. Neben dem einheitlichen Ausdruck der Stimmlagen liege sein Schwerpunkt der Proben immer auf der Rhythmik. Dazu konfrontiere er die einzelnen Stimmgruppen bewusst miteinander: „Daraus ergibt sich eine Art der Kommunikation.“

Dass sich das Probenwochenende an Anfänger, aber auch an fortgeschrittene Chorsänger richtete, empfindet er als bereichernd: „Beide Gruppen profitieren voneinander. Die Starken tragen den Chor, die Anfänger gehen unvoreingenommener an Passagen heran - und es ergeben sich zum Teil neue Klangfarben.“ Daraus ergebe sich eine andere Qualität: „Man muss manchmal auch Mut zu hässlichen Klängen und zur Schärfe haben“, ist Herrmann überzeugt. Hätten sich die Sänger aneinander gewöhnt, gehe es aber immer auch „raus aus der Komfortzone - „dann wird in Kleingruppen gesungen“.

Reizvolle Arbeit

Die Arbeit mit Chören und Einzelsängern beschreibt der 30-Jährige als reizvoll und spannend. „Es ist zunächst ein gegenseitiges Beschnuppern. Dann findet man eine Richtung und es entwickelt sich eine Eigendynamik.“

Das Training mit Mitgliedern aus verschiedenen Chören reize ihn auch deshalb, „weil ich in der Spontanität schauen kann, wie ich arbeite“. Die Teilnehmer in Röllshausen zogen bereits am Samstag eine durchweg begeisterte Bilanz.

Mit Spaß und außergewöhnlichen Techniken habe Herrmann die Stücke vermittelt.

Höhepunkt war für alle ein großes Abschlusskonzert am Sonntagnachmittag. (zsr)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.