1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt

Vom Geflüchteten zum Helfer

Erstellt:

Von: Sandra Rose

Kommentare

Zuhabir Shinwari arbeitet heute in einer Hephata-Einrichtung für Jugendliche, in der er einst selbst als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aufgenommen wurde.
Zubahir Shinwari arbeitet heute in einer Hephata-Einrichtung für Jugendliche, in der er einst selbst als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aufgenommen wurde. © Thorsten Blaettel

Heute hilft er dort, wo ihm einst selbst geholfen wurde: Zuhabir Shinwari kam mit 16 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Heute sind seine ehemaligen Betreuer seine Arbeitskollegen.

Schwalm – Die erste Zeit in Deutschland sei nicht einfach gewesen: „Ich war von meiner Familie getrennt – zum ersten Mal. Dazu kam, dass in der Wohngruppe viele junge Menschen verschiedener Nationalitäten lebten. Es war alles sehr ungewohnt“, erinnert sich Zubahir Shinwari. Ungewohnt war es, jedoch hätten die Betreuer einen guten Job gemacht: „Wir alle haben sehr viel Unterstützung von unseren Ansprechpartnern erfahren. So etwas kannte ich aus Afghanistan gar nicht“, sagt er.

Innerhalb der zwei Jahre, die er in der Wohngruppe gelebt hat, lernte der junge Mann Sprache und Kultur kennen und absolvierte seinen Realschulabschluss. So, dass Zubahir Shinwari mit 19 in eine eigene Wohnung zog. Der Schritt in ein selbstständiges Leben nach der Flucht und dem Aufenthalt in einer Jugendwohngruppe. Hilfe bekam er weiterhin von Betreuern der Jugendhilfe Hephatas. „Für die ich bis heute sehr dankbar bin“, sagt er.

Zubahir Shinwari möchte Menschen helfen

Nach seinem Realschulabschluss folgten Praktika in Kindergärten, danach die zweijährige Ausbildung zum Sozialassistenten. Ob er schon immer im sozialen Feld tätig werden wollte? „Nein, eigentlich nicht“, sagt Zubahir Shinwari über seinen beruflichen Werdegang.

Als junger Mensch in Afghanistan hatte er sich einen sozialen Beruf kaum vorstellen können und dort sei dieser Berufsweg für ihn eigentlich undenkbar gewesen. „In meinem Heimatland gibt es keine professionelle Jugendhilfe und auch Kindergärten nur vereinzelt in Großstädten. Die Situation ist eine ganz andere“, sagt er.

Während der zweijährigen Ausbildung zum Sozialassistenten wurde Zubahir Shinwari immer deutlicher, dass „ich jetzt selbst Menschen helfen möchte, die Hilfe benötigen“, sagt er. Er bewarb sich für einen Ausbildungsplatz als Erzieher in Selters, den er auch bekam.

„Und nun, nach drei Jahren und einem Anerkennungsjahr bei Hephata bin ich wieder dort, wo mein Weg in Deutschland begann“, sagt Zubahir Shinwari, „Nämlich in der stationären Jugendwohngruppe. Hier wurde Zubahir Shinwari herzlich im Team begrüßt: „Sie haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich es geschafft habe“, sagt er.  

Auch interessant

Kommentare