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Schulleiterin Elisabeth Schindelmann geht in Ruhestand

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Von: Sandra Rose

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Elisabeth Schindelmann, Leiterin der Friedrich-Trost-Schule, sagt zum Abschied in den Ruhestand zu ihrer Berufswahl: „Ich habe die Entscheidung nie bereut. Wissenschaftlich korrekt zu sein und trotzdem verständlich, das war mein Ziel.“
Elisabeth Schindelmann, Leiterin der Friedrich-Trost-Schule, sagt zum Abschied in den Ruhestand zu ihrer Berufswahl: „Ich habe die Entscheidung nie bereut. Wissenschaftlich korrekt zu sein und trotzdem verständlich, das war mein Ziel.“ ©  Stefan Betzler

„Mädchen, geh ins Büro, das ist ein sauberer Job“, riet die Oma. Sicherheitsingenieurin bei der Bahn – das hätte dem Vater gefallen. Doch die Enkelin und Tochter hatte Interesse an Design, Maschinenbau oder Raumfahrttechnik.

Treysa –Letztendlich wurde aus alldem nichts – und doch Gutes: eine Haupt- und Realschullehrerin für Mathematik, Physik und Religion. 15 Jahre leitete Elisabeth Schindelmann die Friedrich-Trost-Schule (FTS), einer von drei Standorten der Hephata-Förderschule. Zum 31. Januar geht sie in Ruhestand.

„Im Lehramt läuft alles zusammen: fachwissenschaftlich, didaktisch, und die Arbeit mit Menschen. Das hat mich an meinem Beruf immer begeistert“, sagt Elisabeth Schindelmann (65). Den Weg dahin ebnete ihr ein „cooler Physiklehrer“ in der Oberstufe. Dabei hatte sie nach der Realschule ja eigentlich etwas Kreatives machen wollen.

Durch einen Irrtum bei der Einschreibung landete sie aber im Ausbildungsgang Metall der Berufsfachschule. „Ich fand das spannend. Habe mir beim Feilen Blasen an die Hände geholt und bei Praktika bei der Deutschen Bahn Loks von innen und außen kennengelernt.“

In Gießen hatte sie danach den Studienplatz für Maschinenbau schon sicher, da riet ihr ein Lehrer, lieber erst die Hochschulreife abzulegen, also noch mal zwei Jahre aufs Technische Gymnasium zu gehen, um sich mehr Möglichkeiten offen zu halten. „Ich hätte sonst nicht an einer Technischen Universität studieren können und irgendwie hatte ich ja doch noch die Raumfahrttechnik im Kopf.“

Also noch mal auf die Schulbank und in den besagten Physikunterricht, in dem die Pläne neu sortiert wurden. Im Anschluss stand das Studium zur Haupt- und Realschullehrerin in Gießen an. Ihr Referendariat absolvierte sie in Marburg und endete damit direkt im Einstellungsstopp.

Da ihr Mann Dieter eine Pfarrstelle in Treysa antrat, zog die Familie – das Paar hat fünf Kinder – nach Treysa. Dort war Schindelmann zunächst als Honorarkraft tätig, an einer Abendschule und auch in der Justizvollzugsanstalt, bevor sie im Jahr 2000 in der Hephata-Berufshilfe als Stützlehrerin anfangen konnte.

Nach einem halben Jahr kam dann der Wechsel an die FTS, 2007 wurde sie deren Leiterin. „Ich habe die Entscheidung nie bereut. Wissenschaftlich korrekt zu sein und trotzdem verständlich, das war mein Ziel.“

Berufliche Meilensteine waren die Umsetzung der neuen Verordnung in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung sowie die Erweiterung des berufsschulischen Angebots im Ausbildungsbereich, beispielsweise die Beschulung von Fachpraktikern in der Hauswirtschaft, in der Küche und Gartenbauhelfern, heißt es aus Hephata.

Und natürlich die erste Schulordnung der FTS. „Dazu hatte ich ein Aha-Erlebnis mit einem Schüler, den ich bat, etwas zu unterlassen. Seine Antwort: „Ich halte mich an nichts, ich habe keine Schulordnung unterschrieben.“ In der folgenden Nacht setzte sich Elisabeth Schindelmann hin und schrieb die erste Schulordnung, die der Schüler am nächsten Morgen dann auch gleich unterschreiben musste und die die Grundlage für eine Weiterentwicklung im Team wurde.

Auch im Ruhestand wird es keinen Stillstand für die 65-Jährige geben. „Auf jeden Fall werde ich tanzen, vermutlich auch intensiver als jetzt“. Sie leitet seit Jahrzehnten eine Süd-Osteuropäische Folkloretanzgruppe, hat eine Ausbildung als Tanzleiterin und ist gerade dabei, eine weitere Tanzgruppe ins Leben zu rufen.  sro

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