Die Ärzte gaben die Willingshäuserin Patricia Deines auf – Jetzt hat sie geheiratet

Mit der Waffe Optimismus

„Nie mehr ohne dich“: Das sagte Patricia Deines zu ihrem Viktor und heiratete ihn. Die 25-Jährige will ihren Krebs besiegen. Zuversicht spielt da eine große Rolle. Foto: privat

Willingshausen. Patricia Deines kämpft weiter, auch mit dem Wissen, vielleicht nie wieder gesund zu werden. Ihre Waffe heißt Optimismus. Davor kapituliert hoffentlich ihr Krebs. Zum Jahresanfang wollte die 25-Jährige einfach nur 2015 überleben (wir berichteten), jetzt hat sie geheiratet – und ist zuversichtlich.

Vor fünf Jahren ist Patricia Deines an Eierstockkrebs erkrankt. Ihr Körper gab auf. Gegenüber dem Krebs, den Therapien. Metastasen an Leber und Milz und ein Tumor im Darm. Lediglich Antikörperinfusionen sollten ihr Immunsystem noch stärken, „um das Ende möglichst hinauszuzögern“.

Erst ein Jahr war sie mit ihrem Freund Viktor zusammen gewesen, als sich die Diagnose wie ein schwarzer Mantel über ihr Leben breitete. Die Folgen schwerer Eingriffe stand er mit ihr durch. So mussten ihr bei einer 14-stündigen Operation die Gebärmutter samt Eierstöcken, Teile des Darms, der Leber, der Lunge, der Zwerch- und Bauchfells und Lymphknoten entfernt werden. Monatelang saß sie im Rollstuhl, verlor die Haare, hatte Dauerdurchfall. Der Krebs ist weiterhin da, sagt Patricia Deines, „aber es geht mir momentan recht gut“. Zwar fühlt sie sich manchmal geschwächt, oft bereitet ihr das Atmen Probleme. Klar, gebe es Tage wie eine Achterbahn, sagt sie. Und es wirkt wie ein kleines Wunder: Der Tumor am Darm ist weg. „Er hat sich vom Acker gemacht.“

Antrag im Februar

Die Hochzeit war ein wichtiger Schritt. Im Museum der Schwalm in Ziegenhain hat das junge Paar standesamtlich geheiratet. Patricia Deines hat den Namen ihres Mannes angenommen. Der 26-jährige Computerspezialist hatte ihr im Februar einen Heiratsantrag gemacht. Die Planungen für die Hochzeit haben von vielem abgelenkt, sie musste nicht ständig an den Krebs denken. Und das geht weiter, freut sie sich. Denn im kommenden Jahr soll die kirchliche Trauung sein.

Herz-Luftballons stiegen auf

Im kleinen Kreis hat es eine Feier gegeben, auf dem Paradeplatz flogen rote und weiße Herz-Luftballons in den Himmel. Auf, dass jeder Wunsch in Erfüllung geht, schreibt die junge Frau dazu auf ihrer Facebook-Seite. Der Internet-Blog ist ein wichtiges Ventil für sie. Mehr als 600 Menschen begleiten ihr Schicksal im Internet. „Das ist, wie aus einem Luftballon die Luft entweichen zu lassen.“ Eigentlich wollte sie mit ihrem Mann Kinder bekommen. Jetzt hofft sie auf ein Pflegekind. „Sonst bleibt Haus leer“, meint die 25-jährige.

Vergangenes Jahr bescheinigten ihr die Ärzte, unheilbar krank zu sein. Das gilt auch jetzt noch, dennoch könnte es in den nächsten Monaten eines neues Heilmittel für sie geben. Untersuchungen stehen noch aus. Sie ist optimistisch: „Ich probier zu bleiben und plane meine Zukunft.“

Von Sylke Grede

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