Stadt Schwarzenborn kauft das alte Pfarrhaus am Marktplatz und will es sanieren

Die Wahl zwischen Sanierung oder Verfall

Schwarzenborn. Eine kontroverse Diskussion um Schwarzenborns ältestes Wohnhaus entbrannte in der jüngsten Sitzung der Schwarzenborner Stadtverordneten.

Dabei ging es um den Erhalt und zukünftige Nutzung des alten Pfarrhauses am Marktplatz. Laut Beschlussvorlage müssen für Kauf und Sanierung des historischen Gebäudes rund 600 000 Euro in die Hand genommen werden. 500 000 Euro kommen dabei aus verschiedenen Fördertöpfen, die Stadt selber muss 100 000 Euro an Eigenmitteln beisteuern.

Gemeinsam mit Rathaus und Kirche bilde das alte Pfarrhaus ein stadtbildprägendes Ensemble. Nur die Stadt komme als Eigentümer infrage, sagte Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann: „Es wäre ein großer Schaden für die Stadt, wenn das Haus verloren ginge.“

Das Stadtoberhaupt stellte den Parlamentariern ein Nutzungskonzept vor und warb eindringlich um ihre Zustimmung.

Unter anderem könnten Vereine sowie ein stadtgeschichtliches und ein Vereinsarchiv in dem Gebäude eine Unterkunft finden. „Nur die Stadt kommt als Eigentümer infrage“, erklärte der Bürgermeister.

Georg Klinger wollte dem so nicht zustimmen. Der vorgezeichnete Weg sei nicht schlüssig, ein Nutzungskonzept nicht vorhanden, sagte das Mitglied der SPD-Fraktion. Klinger sah weniger die Stadt in der Pflicht, sondern vielmehr das Landesamt für Denkmalpflege als aktuellen Besitzer. „Ein ausgeglichener Haushalt sollte nicht zu unnötigen Ausgaben verführen. Kein Nutzen, nur Kosten“, sagte der Sozialdemokrat.

Mit Denkmalpflege

Dem widersprach Dr. Hans Wilhelm Ide energisch. Man habe doch nur die Wahl zwischen Sanierung und Verfall und darüber hinaus könne sich das Landesamt für Denkmalpflege ja schließlich nicht selber bezuschussen, erklärte der UBL-Mann: „Ich bin der Meinung wir schaffen das.“

Stadtverordnetenvorsteher Armin Heß gab zu bedenken, dass man als Stadt nur durch den Kauf Einfluss auf die zukünftige Nutzung habe. Schon einmal habe man nach dem Verkauf städtischer Immobilien schlechte Erfahrungen machen müssen. Dies gelte es, diesmal zu vermeiden.

Mit elf ja bei zwei Gegenstimmen beschlossen Schwarzenborns Stadtverordnete den Kauf des alten Pfarrhauses und die Sanierung. Gleichzeitig wurden zu diesem Zweck 100 000 Euro im Nachtragshaushalt zur Verfügung gestellt. (zmh)

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