Der Knüllgebirgsverein organisierte eine zehntägige Wanderführer-Ausbildung

Wandern liegt im Trend

Wanderführer in Ausbildung: Der Knüllgebirgsverein zeigt den Teilnehmer noch bis Sonntag , worauf sie beim Lenken einer Gruppen in der Natur achten müssen. Foto:  Rose

Schwarzenborn. Wandern wird immer beliebter: Die Nachfrage nach geführten Touren steigt deutschlandweit. Auch in Schwalm und Knüll trägt man dem Rechnung. Der Knüllgebirgsverein (KGV) organisiert aktuell eine zehntägige Wander-, Natur- und Landschaftsführer-Ausbildung. 20 Teilnehmer - davon 19 aus dem Schwalm-Eder-Kreis, Bebra und Hersfeld - lernen in 80 Unterrichtsstunden, worauf es beim Lenken der Gruppen in der Natur ankommt.

Ausgebildet werden sie von Günther Hennig, Leiter der Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg. Für den Vorsitzenden des KGV Gerhard Hosemann und Hauptwanderwart Matthias Hucke erfüllt sich damit ein lang gehegter Wunsch. Seit dem vergangenen Jahr bemüht sich das Team um die Finanzierung.

Denn die Teilnehmer zahlen ausschließlich einen Anteil, den Rest der Kosten übernimmt der Verein. Die Ausbildung habe in Deutschland eine breite Akzeptanz, erklärt Hennig, sei staatlich anerkannt. Längst geht es nicht mehr nur um die Routenplanung, immer wichtiger würden sozialpädagogische Fächer wie Konfliktbewältigung und Natur- und Erlebnispädagogik.

„Wandern wird für Familien immer attraktiver, weil bei den Touren das Erleben im Mittelpunkt stehen soll“, sagt der Akademieleiter. Zudem sei das Zertifikat die Qualifikation, um den Tourismus in der Region zu fördern. Die qualifizierte Ausbildung markiere auch für den Knüllgebirgsverein einen Neustart, verdeutlicht Hosemann.

„Das Zusammenspiel vom Tourismussservice Rotkäppchenland und dem Verein soll weiter ausgebaut werden.“ Der KGV habe aktuell mehr als 100 Wanderführer, man verspreche sich jedoch durch die Möglichkeit der Qualifikation eine Verjüngung. Jüngster Teilnehmer am Lehrgang sei Marcus Schug, 36, aus Oberaula. Ziel sei es, die Ausbildung dauerhaft anzubieten, erklären Hucke und Hosemann: „Wir hoffen auf finanzielle Unterstützung durch den Zweckverband Knüll.“ Die aktuelle Ausbildung sei gut nachgefragt gewesen, es habe sogar eine Warteliste gegeben. Spezielle Anforderungen gibt es für die Teilnehmer nicht.

Die Natur entdecken

„Eine fünfstündige Wanderung pro Tag sollte man aber schon schaffen“, sagt Hennig. Für Hosemann liegt der Vorteil der Qualifikation klar auf der Hand: „Der Lehrgang bietet den Wanderführern die Möglichkeit, ihren Werkzeugkoffer anzureichern, um junge Menschen und Familien anzusprechen.“

Besonders reizvoll seien für junge Leute der Einsatz von GPS-Geräten und Angebote wie Geocaching. Günther Hennig geht es zudem darum, Phänomene in der Natur wahrzunehmen, Schönheiten am Wegesrand zu entdecken und Lebensräume zu erfassen. „Dabei darf der Naturschutz nicht zu kurz kommen, wir stehen für sanften Tourismus.“

Von Sandra Rose

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