Kreis setzt für die Zukunft auf Sirenen und Apps

Schwalm-Eder-Kreis: Warntag entlarvt Schwäche

Auch für die Verantwortlichen im Schwalm-Eder-Kreis verlief der Bundeswarntag am vergangenen Donnerstag enttäuschend. Dass die Sirenen im Landkreis aus technischen Gründen nicht laufen würden, sei klar gewesen (die HNA berichtete) aber, dass auch Warnapps nur mit Verzögerung oder gar überhaupt nicht alarmierten, sei schon sehr ernüchternd gewesen, teilte Kreispressesprecher Stephan Bürger auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Sirene auf einem Feuerwehrhaus

Schwalm-Eder - Dass die Sirenen im Landkreis aus technischen Gründen nicht laufen würden, sei klar gewesen (die HNA berichtete) aber, dass auch Warnapps nur mit Verzögerung oder gar überhaupt nicht alarmierten, sei schon sehr ernüchternd gewesen, teilte Kreispressesprecher Stephan Bürger auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Überlastung war Schuld am Warndebakel

Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz alarmierten die Warnapps mit Verspätung, da einige Leitstellen eigenmächtig Alarmmeldungen abgegeben haben sollen. Das habe zu einer Systemüberlastung geführt. Einen Vorwurf, den die Leitstelle Schwalm-Eder für sich zurückweist. Man habe sich klar an die Vorgaben des Landes gehalten und selbst keine Warnung ausgelöst. Es sind jedoch reale Szenarien vorstellbar, bei denen zahlreiche Leitstellen gleichzeitig warnen müssen. Der Fehler liegt also nicht bei den Leistellen, sondern im System.

Es müsse sich aber niemand sorgen, beruhigt Bürger: „In den Kommunen – die für die Warnung der Bevölkerung zuständig sind – und auch bei der Polizei sind Fahrzeuge mit Lautsprechern vorhanden, die im Ernstfall die Bevölkerung warnen können.“ Darüber hinaus kann über Radio und Fernsehen gewarnt werden. Es habe sich gezeigt, dass die Digitalisierung der Sirenen dringend erforderlich sei, den Warntag hätte man daher besser nach der Umrüstung der Sirenen terminieren sollen, meinte Bürger: „Warn-Apps sind leider nicht so zahlreich auf den Smartphones installiert, wie zum Beispiel beliebte Messengerdienste oder Socialmedia-Apps.“

Warntag: Nur wenige Menschen nutzen App

Die Zahlen sind tatsächlich ernüchternd. Die Warn-App Hessenwarn/Katwarn nutzen im Schwalm-Eder-Kreis lediglich rund 24 300 Menschen. Von flächendeckender Warnung kann also keine Rede sein. Landrat Winfried Becker wirbt daher aktiv für das Herunterladen der kostenlosen Warndienste aufs private Smartphone: „Die dort sehr zeitnah übermittelten Warnhinweise sind sehr wertvolle Informationen, die im Ernstfall eine große Hilfe darstellen.“

Für die Verantwortlichen im Kreishaus wäre das Zusammenspiel von Warnapps und Sirenen die ideale Lösung. Die Sirenen als akustisches „Wecksignal“ und die Apps geben zusätzlich Warnhinweise und Verhaltensregeln aus. Er halte die Mischung aus Sirenenalarm, Meldungen über Warn-Apps und Rundfunkdurchsagen für die richtige Lösung, sagte der Landrat: „Damit werden drei der wichtigsten und unmittelbaren Kommunikationswege bedient, um unsere Bevölkerung zu schützen.“

Von Matthias Haass

Rubriklistenbild: © Matthias Haaß

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