Wer Knochenmarkspender sein möchte, muss nicht auf eine besondere Aktion warten

Ein Wattestäbchen genügt

Das Typisierungsset ist umsonst: Birgit Schill, Ärztin für Allgemeinmedizin in Gudensberg, hat sie vorrätig und will mehr Menschen motivieren, sich in die Spenderdatei aufnehmen zu lassen. Foto: ula

Schwalm-Eder. Ein paar Monate ist es her, dass im Schwalm-Eder-Kreis die bisher größte Typisierungsaktion lief: Die Kreissparkasse hatte dazu aufgerufen, weil eine ihrer Angestellten an Leukämie erkrankt ist und einen Spender sucht. 3200 Menschen ließen sich in verschiedenen Städten Blut abnehmen und typisieren, drei von ihnen kommen jetzt sogar als Spender für Erkrankte in Frage, die dringend auf Hilfe warten.

Ein toller Erfolg, auch für die Deutsche Knochenmarkspender-Datei (DKMS), die auf diese Weise eine Menge neuer potenzieller Spender registriert hat – zumal die Sparkasse die kompletten Kosten übernahm.

Aber auch außerhalb solcher großer und öffentlichkeitswirksamer Aktionen können Männer und Frauen aktiv werden und sich registrieren lassen. Darauf macht die Allgemeinmedizinerin Birgit Schill aus Gudensberg aufmerksam.

Sie engagiert sich für die DKMS und gehört schon seit über 20 Jahren zu den möglichen Spendern. „Einmal bin ich sogar in die Endauswahl gekommen, aber die Werte passten dann doch nicht genau“, erzählt sie.

Damit sich noch mehr Menschen typisieren lassen und damit als mögliche Spender zur Verfügung stehen, will die Ärztin auf weitere Möglichkeiten hinweisen. Denn man muss sich nicht zwangsläufig Blut entnehmen lassen, um sich typisieren zu lassen. „Es reicht, mit zwei Wattestäbchen etwas Speichel von der Wangenschleimhaut abzustreifen“, erklärt sie. In ihrer Praxis in Gudensberg hat Birgit Schill einen Vorrat an solchen Typisierungs-Sets, die die Deutsche Knochenmarkspender-Datei zur Verfügung stellt.

Zu diesen Sets gehören besagte Wattestäbchen, ein Merkblatt mit genauen Instruktionen, was zu tun ist, sowie Informationsmaterial zur DKMS. Mit dabei liegt außerdem eine Einverständniserklärung, die man unterschreiben muss, sowie für die finanzielle Zuwendung eine Einzugsermächtigung.

Auf Geldspenden ist die DKMS für ihre Arbeit ebenso angewiesen wie auf mögliche Knochenmarkspender. 50 Euro kostet eine Typisierung. „Wenn möglich, sollte jeder, der sich typisieren lässt, auch diese 50 Euro spenden“, sagt die Ärztin. Allerdings könne man sich auch beteiligen, ohne zu zahlen - wenn man das Geld nicht übrig habe.

Im Falle eine Übereinstimmung und einer Knochenmarkspende übernimmt übrigens die DKMS alle Kosten: Ausfallzeiten an der Arbeit, Fahrten, etc.

Nadel im Heuhaufen

„Wir hoffen, dass sich möglichst viele Menschen typisieren lassen“, sagt Birgit Schill. Denn die Suche nach einem passenden Knochenmarkspender gleiche der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Jeder zusätzliche potenzielle Spender sei eine Chance für einen Kranken. Und an Leukämie erkranken - das könne jeden treffen.

Von Ulrike Lange-Michael

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