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Wehr im Wandel der Zeit

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Heute undenkbar: 1963 tratt die Feuerwehr beim Wettkampf mit Krawatte an.
Heute undenkbar: 1963 tratt die Feuerwehr beim Wettkampf mit Krawatte an. © Repro: Regina Ziegler-Dörhöfer

An Ausrüstung, Taktik und dem Aufgabenspektrum hat sich in 90 Jahren Feuerwehrgeschichte viel verändert, der Wille und Mut in Notsituationen zu helfen sind aber seit Anbeginn die Basis.

Schrecksbach. Die Freiwillige Feuerwehr blickt am ersten Maiwochenende auf ihr 90jähriges Bestehen und feiert den Anlass nach zweijähriger Coronapause bewusst etwas größer. Am Freitagabend begannen die Feierlichkeiten mit der Kreisverbandsversammlung und einem sich anschließenden Dorfabend, bevor der Samstag ganz im Zeichen der Jugend- und Kinderfeuerwehren steht und Geländespiele zu Spaß und Spiel locken. „Es ist so wichtig, dass die Kinder- und Jugendfeuerwehren wieder gemeinsame Erlebnisse haben. Unsere eigene Jugendfeuerwehr ist aufgrund der Coronaeinschränkungen selbst personell arg geschrumpft“, so Wehrführer Daniel Platte. Der Maifeiertag selbst startet um 8.30 Uhr mit der traditionellen Maiwanderung, dem sich ein Frühschoppen mit den Schwalmgranaten anschließt.

„Öffentlichkeitsarbeit ist für die ehrenamtlichen Wehren enorm wichtig. Zum einen werden neue Mitstreiter immer gesucht und zum anderen ist es wichtig, dass die Bevölkerung Verständnis für unsere Arbeit hat“, sagt der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Benjamin Roßkopf. Das Feuerwehrwesen habe gerade in den letzten zwei Jahrzehnten einen enormen Wandel erlebt. „Neben neuer Ausstattung hat sich vor allem auch die Einsatzmentalität geändert“, sagt Platte. Wo es früher bei Einsatzszenarien der Dörfer untereinander schon mal hieß: „an unser Feuer kommt ihr nicht ran“ und die Mistgabel drohend geschwungen worden sei, sei heute ein Miteinander zu spüren. Feuer würde zwar nach wie vor meist mit Wasser gelöscht, dennoch habe sich viel in puncto Löschstrategie und Abläufe getan. „Das Schulungswesen hat viel mehr Raum eingenommen. Früher gab es eine handvoll Wettkampfübungen pro Jahr, heute wird mindestens einmal wöchentlich Ausbildungsdienst betrieben“, erklärt der Wehrführer, der sich wie die anderen Führungskräfte auch bei zahlreichen überörtlichen Sonderausbildungskursen weiterbildet.

Die neue georeferenzierte (raumbezogene) Alarmierung habe das Einsatzgebiet an sich erweitert. „Früher hatten wir fünf bis acht Einsätze pro Jahr. Heute sind es über 40“, so Platte, der mit seinen Wehrleuten auch schon zu einem Notrufeinsatz an Herzberggelände gerufen worden war.

Das Löschen an sich mache in der Einsatzstatistik auch gar nicht mal den größten Posten aus, sondern es seien die Verkehrseinsätze oder Hilfeleistungen beim Rettungsdienst, die die Melder Alarm schlagen ließen. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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