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Katastrophenschutzübung: Hubschrauberabsturz mit Folgen bei Itzenhain

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Abtransport des verletzten Hubschrauberpiloten: Die Feuerwehrmitglieder tragen mit gemeinsamen Kräften (hier) eine Puppe zur weiteren Behandlung.
Abtransport des verletzten Hubschrauberpiloten: Die Feuerwehrmitglieder tragen mit gemeinsamen Kräften (hier) eine Puppe zur weiteren Behandlung. © Jochen Schneider

Am Wochenende übten gut 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiest bei Itzenhain den Ernstfall. Angenommenes Szenario war ein Hubschrauberabsturz. Brände mussten gelöscht und Personen gerettet werden. 

Itzenhain. Das Szenario war zum Glück nur ausgedacht und perfekt inszeniert, könnte aber durchaus so passieren und verdeutlicht, was ein Unfall für Folgen haben kann.

Anlass der spektakulären Katastrophenschutzübung in Itzenhain war das 20-jährige Bestehen des Katastrophenschutzzuges Gilserberg und das Dorfjubiläum „825 Jahre Itzenhain“. Den Überblick und die Übungsleitung hatte Gemeindebrandinspektor Oliver Neuwirth.

Das Szenario

Die Übung war sehr real inszeniert: Ein Helikopter Bell-UH-1D der Bundeswehr ist abgestürzt, zwei der Passagiere können sich mit einem Fallschirmsprung in Sicherheit bringen. Der Pilot versucht, die Maschine zu halten, jedoch stürzt sie ab und explodiert. Dadurch breitet sich ein Flächenbrand aus, der die Feuerwehren auf den Plan ruft, gleichfalls muss der Pilot gerettet werden.

Aus allen Richtungen ist das Martinshorn zu hören, als die ersten Wagen eintreffen und die Wehrführer sich ein Bild vom Unfall machen, um sogleich alle Maßnahmen einzuleiten.

Es werden Schläuche ausgerollt, eine Wasserquelle gesucht, Verlängerungen der Schläuche installiert und nachdem das Wasser fließt, das Wrack gelöscht und auch die Wiese, die durch die trockene Witterung inzwischen auch brennt. Während die einen Kameraden löschen, versuchen die anderen den Piloten-Dummy wiederzubeleben und tragen ihn später mit einer Bahre davon. Zwischendurch hat ein Kollege Feuer gefangen und rennt brennend auf die Kameraden zu. Schock für alle Beteiligten.

Die Hundestaffel

Zehn verschiedene Szenarien ergeben sich für die mehr als 250 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus der gesamten Region zuzüglich 70 Betreuern, Helfern, Beobachtern der Landesfeuerwehrschule aus Kassel und dem Kreisfeuerwehrverband Ziegenhain und Notfalldarstellern, interessiert von der Bevölkerung verfolgt.

Sechs Katastrophenschutzzüge aus drei Landkreisen sind im Einsatz und auch die Hundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes. Denn die Explosion des Hubschraubers hat die Jugendlichen eines nahe gelegenen Zeltlagers in Panik versetzt und sie sind ängstlich geflohen, verstecken sich in einem Rohr unter der Straße und im Wald.

Die Hundestaffel rückt an und Regina Daume lässt Mischling Rubi laufen, die durch Gebell die erfolgreiche Suche meldet.

Feuerwehrleute tragen einen Verletzten bei einer Übung in Itzenhain.
Am Wochenende übten gut 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiest bei Itzenhain den Ernstfall. Angenommenes Szenario war ein Hubschrauberabsturz. Brände mussten gelöscht und Personen gerettet werden. © Jochen Schneider

Die Jugend

Die Freiwilligen Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun und die Übung war gerade für die jüngeren Mitglieder eine perfekte Möglichkeit, das Erlernte ein- und umzusetzen.

Realitätsnah waren die Explosionen bei einem Autounfall mit Verpuffung und Schwelbrand, bei dem die ganze Motorhaube durch die Luft fliegt, als sich die Einsatzkräfte der Unfallstelle nähern, da haben die Pyrotechniker des Kreises Bergstraße ganze Arbeit geleistet.

Die Konzentration

Nachdem dort alles unter Kontrolle war, kam schon der nächste Notruf, der einen Passagier mit Fallschirm im Baum meldete, der gerettet werden musste. Keine Zeit auszuruhen, immer unter Dampf. Deswegen wurden auch Löschzüge von weiter her geordert, denn die 25 bis 30 Feuerwehrmänner und -frauen pro Zug müssen ihre Kameraden ablösen, denn es ist nicht nur eine physische, sondern auch eine psychische Belastung über mehrere Stunden hoch konzentriert Leistung zu bringen.

Die Analyse

Nachdem die große Katastrophenschutzübung beendet war, kamen die Verantwortlichen und Beobachter zusammen, um die Zusammenarbeit der Beteiligten zu analysieren. (Jochen Schneider)

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