Bürgerinitiative Immichenhain informierte im Dorfgemeinschaftshaus über Windkraft

Weiter Zweifel am Nutzen

Moderatoren: Georg Keil, Alexander Stein, Gerd Ochs, Werner Stein und Heidemarie Berndhardt (von links) informierten.

Immichenhain. Georg Keil, Alexander Stein, Gerd Ochs, Werner Stein, Heidemarie Bernhardt und Michael Kurz von der Bürgerinitiative Immichenhain informierten am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus nochmals über den geplanten Windpark, der vor Ort entstehen soll. Im Sommer waren im Ort 320 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt worden.

„Das Konzept kann nicht aufgehen“, erklärte Altbürgermeister Keil. Von Seiten der Gemeinde fühle man sich nicht ausreichend informiert. Alexander Stein machte deutlich, dass es beim Thema Windkraft nicht einzig um Strom gehe. „Nur etwa 1,3 Prozent des Energiebedarfs werden durch Windkraft gedeckt.“ Als kritisch seien die nach wie vor fehlenden Speichermöglichkeiten zu bewerten.

Alle 6,5 Kilometer ein Park

Gehe es nach dem Hessischen Energiegipfel, würden in Hessen künftig alle 6,5 Kilometer Windparks mit je zehn Anlagen entstehen. Die Investition der Gemeinde Ottrau von etwa fünf Millionen Euro stehe nicht im Verhältnis: „In den ersten 16 Jahren erwirtschaftet ein solcher Park 23 000 Euro“, sagte Stein. Auch sei Wind ein „zufälliges Phänomen“, die versprochenen, satten Erträge häufig Augenwischerei.

Gegen den Park hat sich die Bürgerinitiative Immichenhain mit dem Verein „Schöner Ausblick“ aus Hattendorf zusammen geschlossen. Gerd Ochs erläuterte nochmals, wie die Vorrangflächen bestimmt wurden. Neben der Regionalplanung Nordhessen war auch Mittelhessen zuständig, für eine weitere Fläche die Stadt Alsfeld. Die acht Anlagen zwischen Eudorf und Hattendorf seien bereits genehmigt, der Baubeginn für November vorgesehen. Aktuell beklagt das die Stadt Alsfeld.

Ihre Bedenken äußern

Heidemarie Berndhardt stellte klar: „Wir wollen wirklich auch die Sinnhaftigkeit dieses Parks hinterfragen.“ Mehrfach habe man die Gemeindevertreter über die Bedenken informiert. „Wir sind mit Bürgerinitiativen, Fachleuten, Politikern vernetzt. Alle Kosten trägt die Bürgerinitiative.“

Man sei der festen Überzeugung, dass der Park der Region und den Menschen nicht gut tue. Keil gab zu bedenken, dass nur die Projektierer und nicht die Grundstückseigentümer, die ihre Flächen zur Verfügung stellten, verdienten.

Ein Gast aus Ruhlkirchen erzählte über undurchsichtige und dubiose Pachtverträge. „Es geht nicht um die Energiewende. Das Ganze ist ein knallhartes Geschäft, von dem nur die Projektierer profitieren. Der Kleinanleger ist der Dumme.“

Keil erklärte, dass er beobachtet habe, wie Projektierer immer wieder im Rathaus „ein und aus“ gingen. Das mache der Bürgermeister so nicht transparent. „Ich finde es nicht richtig, dass der Bürgermeister bloßgestellt wird. Er ist nicht hier und kann sich dazu nicht äußern“, ärgerte sich Bärbel Weber.

• Der nächste Informationsabend zu den Plänen des Windparks ist für den 17. Dezember, 19 Uhr, in der Mehrzweckhalle Ottrau geplant. Einladen wird dazu die Energiegenossenschaft.

Von Sandra Rose

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