Brandschutz für die Bundeswehr: Bund will Schwarzenborn zwei ältere Unimogs leihen

Zu wenig für die Wehr

Es fehlt noch an Ausstattung: Für die aus Soldaten und Schwarzenbörnern bestehende neue Einsatzabteilung der Feuerwehr, hier einige von ihnen bei einem Lehrgang in der Knüllkaserne vor dem Löschgruppenfahrzeug der Schwarzenbörner Kernstadtfeuerwehr, soll es zwei ältere Unimogs geben. Die bieten allerdings nur Platz für sechs Einsatzkräfte. Foto: privat

Schwarzenborn. Zwei betagte Unimogs ohne Löschwasser mit Platz für gerade mal sechs Feuerwehrleute – damit will das Verteidigungsministerium die Schwarzenbörner unterstützen, den Brandschutz für die Bundeswehr in der Knüllkaserne sicherzustellen. Beantragt hatte die Stadt ein Löschgruppenfahrzeug. Dass sie nun mit einer derart abgespeckten Variante zufriedengestellt werden sollen, ist aus Sicht des Schwarzenbörner Magistrats nicht akzeptabel.

Ein Fahrzeug:

Zwar gibt es inzwischen eine gut ausgebildete – immerhin 30 Mann starke – zusätzliche Einsatzabteilung der Schwarzenbörner Feuerwehr speziell für die Bundeswehr, aber deren Ausstattung lässt zu wünschen übrig. Bürgermeister Jürgen Kaufmann spricht vom „absoluten Minimum“. In der Feuerwache ist es nach dem Auflösen der Truppenübungsplatzfeuerwehr ziemlich leer geworden. Dort parkt nach Angaben von Kaufmann nur noch ein sogenanntes LF8; das ist ein kleines Löschgruppenfahrzeug. Es transportiert bei einem Einsatz auf dem 18 Quadratkilometer großen Bundeswehrareal zwar immerhin bis zu neun Einsatzkräfte, aber kein Wasser.

Wagnis für die Stadt:

Außerdem könnten sich mit der Leihgabe vom Bund finanzielle Risiken für die Stadt ergeben, sagt Kaufmann. Schließlich sind die Fahrzeuge nicht mehr die jüngsten. Und das Verteidigungsministerium verlangt, dass die 25 bis 30 Jahre alten Fahrzeuge nach zwei Jahren exakt so zurückgegeben werden, wie die Schwarzenbörner sie bekommen haben. Ein nicht kalkulierbares Wagnis für die Stadt: Für Reparaturen, die angesichts der Alters der Fahrzeuge nicht auszuschließen sind, müsste Schwarzenborn aufkommen.

Alternativvorschläge:

Der Magistrat empfiehlt nun die Ablehnung des Angebots des Bundes und hofft, stattdessen ein Mannschaftstransportfahrzeug und ein 4000-Liter-Fass für die neue Einsatzabteilung zu bekommen. Das Wasserfass könnte am Bauhof in unmittelbarer Nachbarschaft zum Truppenübungsplatz gelagert werden und bei Bedarf mit dem städtischen Schlepper transportiert werden.

Seit dem Auflösen des Truppenübungsplatz und der Truppenübungsplatzfeuerwehr ist Schwarzenborn verpflichtet, den Brandschutz in der Knüllkaserne für 1200 Soldaten sicherzustellen.

Bundeswehr spart:

Mit der Degradierung des Platzes zum Standortübungsplatz spart die Bundeswehr 1,5 Mio. Euro Personalkosten im Jahr. Dafür kommen auf Schwarzenborn mit der neuen Einsatzabteilung erhebliche Ausgaben zu. 100 000 Euro sollte die Neuausstattung für die Feuerwehr kosten. Kaufmann geht allein von 20 000 Euro laufenden Kosten pro Jahr aus. Das Land hatte den Aufbau der Ortsteilfeuerwehr für das Gelände der Knüll-Kaserne bereits mit 10 000 Euro unterstützt.

Von Sylke Grede

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