Zeitgenössisches Oratorium über Elisabeth von Thüringen in der Stadtkirche

Wenn das Brot zur Rose wird

Ein Blick ins Mittelalter: Der Kirchenchor und die Kirchenmäuse unter Leitung von Livia Mühling sangen in der Treysaer Stadtkirche vom Leben der Elisabeth von Thüringen. In Szenen wurde ihr Leben nachgestellt. Fotos: Decker

Treysa. Zur Aufführung des zeitgenössischen Oratoriums „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht" von Kurt Grahl hatte die Kirchengemeinde Franz-von-Roques eingeladen.

Unter der Leitung von Livia Mühling sangen die Kirchenmäuse und der Kirchenchor vertonte Passagen aus dem Leben und Wirken der Elisabeth von Thüringen (1207 bis 1231).

Die Darsteller mit ihren prächtigen Kostümen ließen vor den Augen der Zuschauer die Zeit des Mittelalters mit seinen rauen Sitten auferstehen. Durch die Lebensgeschichte führte Karl Theis als Sprecher. Elisabeth, die bereits als Vierjährige an den Hof ihres späteren Ehemannes Ludwig IV. von Thüringen reiste, kümmerte sich als Landesmutter um die Armen und Kranken. Mit ihrem Verhalten stieß sie bei den anderen Burgbewohnern auf Missfallen, wunderbar illustriert von den drei Rittern Wolfram (Otto Plamper), Heinrich (Noah Mühling) und Kunz (Peter Fuchs).

Auch die Mägde, gespielt von Hella Helfert, Gertrud Sobotta und Gudrun Plamper, äußerten sich entsetzt über Elisabeths Tun. Warum sie so handele, erklärte Elisabeth, dargestellt von Alexandra Ries, mit ihrem Verständnis von gelebter Nächstenliebe. Ihr Beichtvater, verkörpert von Willi Schwalm, versuchte, Verständnis bei den anderen Bewohnern der Burg zu erzeugen.

Besonders beeindruckend war der Wechselgesang der kleinen Kirchenmäuse mit dem großen Chor. Bei einigen Liedern durften sogar die rund 400 Besucher mitsingen. Die Musiker unterlegten einzelne Sprechteile mit gefühlvollen Tönen von der Flöte (Margrid Schwing), dem Cello und Saxophon (Hephata-Kantorin Dorothea Grebe) und der Orgel (Kreiskantor Jens Koch).

Eine kleine Auswahl des Posaunenchores untermalte bei dramatischen Stücken den Chorgesang. Die Besucher der vollen Kirche waren begeistert und bedankten sich mit einem herzlichen Schlussapplaus.

Von Christiane Decker

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