Wegen der Förderung der Wieragrundstraße muss die Bahnhofstraße Landesstraße bleiben

Wiesbaden bleibt hart

Bleibt Landesstraße bis mindestens 2029: Blick in die Bahnhofstraße in Treysa. In der Folge kann sie so lange weder ganz noch teilweise als Fußgängerzone ausgebaut werden.

Treysa. Die Bahnhofstraße in Treysa bleibt noch mindestens 15 Jahre Landesstraße. Pläne zur Einrichtung reiner Fußgängerbereiche oder gar einer waschechten Fußgängerzone sind damit vom Tisch.

Im Gespräch mit der HNA erläuterte Bürgermeister Dr. Gerald Näser, dass das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden sich in dieser Frage hart gezeigt habe, Begründung: Für die Wieragrundstraße hat Schwalmstadt eine Förderung von fast 4 Mio. Euro erhalten, und zwar aus dem Topf des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG, siehe Stichwort). Damit scheidet die Wieragrundstraße als Landesstraße vor 2030 aus – sonst müsste Schwalmstadt die Förderung zurückgeben.

Im Umkehrschluss kann die Bahnhofstraße nicht von der Klassifizierung der übergeordneten Landesstraße entwiedmet werden. Näser: „Wir waren zwei Mal in Wiesbaden, um darüber zu verhandeln, auch gab es hier einen Ortstermin, aber es ist klar, dass wir hier keine Fußgängerzone einrichten können.“

Keine Fußgängerzone

Hintergrund: Seit Jahren wird beratschlagt, wie die Bahnhofstraße nach der Fertigstellung des Einkaufszentrums im Zuge der anstehenden Kanal- und Wasserleitungssanierung fußgängerfreundlich gestaltet werden könnte. Lange stand in Rede, dass die Haupteinkaufsmeile wenigstens abschnittsweise autofrei werden könnte. Die Neukanalisierung der Bahnhoftraße könnte frühesten mit der geplanten Eröffnung des Wieragrundzentrums im Herbst 2015 gestartet werden. Erst danach, also womöglich ab 2016/17, geht es an die Oberflächengestaltung.

Immerhin, so Bürgermeister Näser: Eine städtebaulich anprechende Variante sei wohl nach den Plänen von Hessenmobil zu erwarten. Zum Charakter einer reinen Durchgangsstraße passe es ja auch nicht, dass sie am unteren Ende das Rechtsabbiegen vorgeschrieben ist (Kreuzung Wasserwerk). Derzeit stehe man aber mit den Beratungen noch ganz am Anfang.

Von Anne Quehl

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