Fünf Jahre auf Erfolgskurs

80 Prozent der Wasenberger sind am Nahwärmenetz

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Auch das Kirchengebäude in Wasenberg hängt am Nahwärmenetz der Energiegenossenschaft: Die Landeskirche befürwortet diese Art der Energieversorgung – bis jetzt gibt es allerdings nur ein paar wenige Anschlüsse dieser Art, heißt es dazu aus dem Landeskirchenamt.

2020 wird die Genossenschaft Energie Wasenberg fünf Jahre alt. 80 Prozent der Wasenberger sind inzwischen an das Nahwärmenetz angeschlossen. 

In diesem Jahr wird die Genossenschaft Energie Wasenberg fünf Jahre alt. Den Geburtstag feiert die Initiative um den Vorsitzenden Heinz Heilemann nicht nur aktuell mit dem Anschluss des Kirchengebäudes an das Nahwärmenetz, sondern auch mit einer Bilanz, die sich sehen lassen kann.

80 Prozent der 1460 Wasenberger sind laut Heilemann inzwischen an das Nahwärmenetz angeschlossen. Sie werden über sieben Blockheizkraftwerke (BHK) – drei davon gehören zur benachbarten Biogasanlage in Ransbach – versorgt. 

Strom aus Biogas

Stolz ist die Genossenschaft auf die Art der Wärmegewinnung: Als regionialer Stromversorger erzeugt die EAM als Untermieter in der Heizanlage in den Hartmannsäckern Strom aus Biogas. Über die Kühlung der BHK wird die Wärme für das Netz gewonnen. Das Biogas entsteht aus dem Inhalt von Biotonnen und Grünabfällen des Landkreises Marburg Biedenkopf in Stausebach. 

Sollte eine Vorgabe der EU in diesem Jahr in Deutschland umgesetzt werden, die die Rechte von Energiegenossenschaften stärkt, würde auch die Stromerzeugung von Wasenberg mit regenerativem Strom ausreichen. Heilemann spricht auch von einer möglichen Stromtankstelle an der Heizzentrale.

Heinz Heilemann an der Übergabestation in der Kirche in Wasenberg.

Jede Menge Fachwissen

253 Mitglieder hat die Genossenschaft. Schaut man sich die Berufsbilder der 14 Vorstands-, Aufsichtsrats- und Beiratsmitglieder an, kommt in der Genossenschaft jede Menge Potenzial zugute: Sie sindIngenieure, Betriebswirte , Beamte, Industriemeister, EDV-Fachleute. Jeden Mittwoch treffen sie sich in den Sozialräumen in der oberen Etage der Heizzentrale und bringen sich mit ihrem Fachwissen ein. 

Mit Eigenleistungen wie Wartung und Service der Anlagen sowie Übernahme des Abrechnungswesens erzielt die Genossenschaft Einsparungen in Höhe von 550 000 Euro jährlich. 

Bilanz kann sich sehen lassen

Die Bilanzsumme der Genossenschaft beträgt insgesamt 5,3 Millionen Euro. Darlehen und Förderungen belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro, das Eigenkapital beträgt 1,6 Millionen Euro. Die Einlage der Genossenschaftsmitglieder betrug bei der Gründung 6000 Euro. „Jedes Genossenschaftsmitglied ist durch seine Einlage Unternehmer und Kunde in einer Person, erklärt Heilemann.

Ausbau geht weiter

Weitere Anschlüsse sind für dieses Jahr geplant. So zum Beispiel das Rathaus mit dem Haus der Generationen und die Feuerwehr. Auch der in der ehemaligen Schule entstehende Seniorenpark mit 18 Wohnungen, Tagespflege und Pflegedienst sowie der Aquaristik-Betrieb im ehemaligen Möbelhaus Dietz gehen noch in diesem Jahr ans Nahwärmenetz.

VON SYLKE GREDE

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