Der Natur ergeben

Ausstellung in Willingshausen: Selten gezeigte Landschaften von Hans-Richard von Volkmann

Zählte zu den bedeutendsten Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts: Hans-Richard von Volkmann liebte die Willingshäuser Landschaft. 59 seiner Gemälde – hier Kunstexperte Johannes Prinz mit einem der Bilder – werden bis zum 2. Oktober in Willingshausen gezeigt.
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Zählte zu den bedeutendsten Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts: Hans-Richard von Volkmann liebte die Willingshäuser Landschaft. 59 seiner Gemälde – hier Kunstexperte Johannes Prinz mit einem der Bilder – werden bis zum 2. Oktober in Willingshausen gezeigt.

Zu den künstlerischen Wurzeln zurück geht die Vereinigung Malerstübchen mit der aktuellen Ausstellung Landschaften von Hans-Richard von Volkmann.

Willingshausen – Schon die Vernissage am Wochenende stieß auf große Resonanz – und das nicht ohne Grund. „Hans-Richard von Volkmann war einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsmaler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts“, sagte Johannes Prinz, anlässlich der von Paul Dippel von der Vereinigung Malerstübchen und Bürgermeister Heinrich Vesper im Hof des Gerhardt-von-Reutern-Hauses eröffneten Ausstellung.

Geboren 1860 und aufgewachsen in Halle an der Saale als zweites von insgesamt neun Kindern des bekannten Chirurgen Richard von Volkmann und dessen Ehefrau Anna von Schlechtendal, begann der junge Volkmann schon als 14-Jähriger, mit Bleistift und Farbkasten seine Heimat festzuhalten.

Durch Willingshausen zum Landschaftsmaler

Nach seinem Studium in Düsseldorf und Meisterschule bei Gustav Schönleber in Karlsruhe blieb diese Stadt seine Wahlheimat, in der er bis zu seinem Tod 1927 als Vertreter der so genannten Karlsruher Landschaftsschule als Maler und Grafiker arbeitete. 1883, im Alter von 23 Jahren, kam Volkmann zum ersten Mal auf Anregung von Adolf Lins nach Willingshausen – von da an ließ er kaum einen Sommer aus, um sich mit befreundeten Malerkollegen zu treffen und der Freilichtmalerei in Willingshausen zu frönen.

„Volkmann gehörte dem engeren Freundeskreis von Carl Bantzer an“, so Prinz in seiner Laudatio. An der Häufigkeit seiner Aufenthalte sei abzulesen, wie sehr er die Willingshäuser Landschaft liebte – die Wälder und Felder, die malerischen Wasserläufe, blumigen Wiesen und mächtigen Bäume. „Hans Richard von Volkmann ist durch Willingshausen zum Landschaftsmaler geworden“, attestiert der Ziegenhainer Kunstsammler und versierte Kunstkenner Prinz. 1888 habe er sich auch der Willingshäuser Malerkolonie angeschlossen. Heute ist auch ein Platz in Willingshausen nach dem Künstler benannt.

Viele waren zur Eröffnung der Ausstellung gekommen, darunter auch Rosemarie und Walter Dörrbecker aus Loshausen.

Noch nie ausgestellte Bilder

Die Ausstellung in der Kunsthalle zeigt 59, zum Teil noch nie ausgestellte Bilder aus einer privaten Sammlung. Unter den Landschaftsbildern sind auch rund ein halbes Dutzend in Willingshausen entstandene Werke wie das Bild „Wiesenlandschaft bei Willingshausen“ oder „Der Gänseanger“ aus dem Jahr 1925.

Die umfangreiche Ausstellung gibt einen Überblick über das Schaffen und Wirken des Malers Volkmann, der Exkursionen vom Weserbergland bis hin nach Bayern unternahm und die dortigen Landschaften – sei es die Schwäbisch Alp, das Dachauer Moor, die Eifel oder das Saaletal – in seinen Landschaftsporträts anfangs naturalistisch, ab 1890 mehr und mehr impressionistisch einfing. Malreisen führten ihn auch nach Italien.

Landschaft im Vordergrund

Markant: Stets steht die Landschaft im Vordergrund, Menschen und Tiere entdeckt man bei Volkmann meist erst auf den zweiten Blick, wie etwa das kleine Reh auf dem Titelbild der Ausstellung, einem einzelnen Baum in der weiten Landschaft des Weserberglandes.

„Volkmanns Bilder sprechen eine stille, der Natur fast demütig ergebene Sprache“, so Laudator Prinz über den Willingshäuser Künstler. (Kerstin Diehl)

Ausstellung:

Zu sehen bis zum 2. Oktober in der Kunsthalle Willingshausen, geöffnet dienstags bis freitags 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.

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