Domizil der neuen Kulturinitiative

Backstube wird zur Werkstatt - Malkurs-Teilnehmer beziehen neues Atelier in Willingshausen

Außergewöhnliches Atelier: von links Silke Deinstrop und dahinter Renate Kaps aus Frankfurt freuen sich, dass das Domizil mit Leben gefüllt wird.
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Außergewöhnliches Atelier: von links Silke Deinstrop und dahinter Renate Kaps aus Frankfurt freuen sich, dass das Domizil mit Leben gefüllt wird.

Seit 1991 gibt Ulrike Schulte Mal- und Zeichenkurse in Willingshausen. Ein Novum nach 30 Jahren: Erstmals malen und zeichnen ihre Schüler in der ehemaligen Bäckerei Dittschar.

Willingshausen – Die Bäckerei ist das Domizil der neuen Kulturinitiative Willingshausen, kurz Kiwi genannt. Dort, wo bis 2004 Brötchen und Brot gebacken wurden, sitzen nun die Teilnehmer des Malkurses, umgeben von Leinwänden, Farben und Pinseln. Die alte Backstube mit den gefliesten Wänden und der alten Teigrührmaschine kommt als neues Atelier bei den Kursteilnehmern gut an, so Renate Kaps aus Frankfurt: „Es ist eine sehr schöne Atmosphäre, die Backstube hat etwas von einem Werkstattflair.“

Dies freut Silke Deinstrop, Vorsitzende der neu gegründeten Kulturinitiative Willingshausen. Denn sie hat alte Bäckerei und Laden an der Neustädter Straße 7 seit dem 1. Juli gemietet und möchte die Räume mit der großen Schaufensterfront dauerhaft mit Leben füllen. „Wir wollen ein Angebot für Kunst- und Kultur bieten“, sagt die Treysaerin.

Das Projekt solle durch Offenheit gekennzeichnet sein und einladenden Charakter haben. Der noch bis zum heutigen Freitag andauernde Kurs in den Räumen sei ein gelungener Auftakt – die Initiative sei auch für alle anderen Formen von Kunst und Kultur offen. Auch Ulrike Schulte ist mit dem ursprünglich wegen der geplanten Bauarbeiten im Gerhardt-von-Reutern-Haus nur als Ausweichquartier gedachten Ort des Malkurses mehr als zufrieden: „Ich bin sehr glücklich damit“, so die Bremer Künstlerin und Kursleiterin – „ich bin hier so freundlich und zuvorkommend aufgenommen worden, wie schon lange nicht mehr.“

Rekonstruktionen ist Titel des aktuellen Kurses

Neben der Backstube, den Räumen des ehemaligen Tante-Emma-Ladens und der Bäckerei hat Elisabeth Dittschar auch ihren Garten für die aus ganz Hessen angereisten 16 Teilnehmern der Malschule zur Verfügung gestellt. Nachmittags serviert sie selbst gebackenen Kuchen – das kommt gut an. „Rekonstruktionen“ heißt der Titel des aktuellen Kurses, bei dem die Teilnehmer angeregt werden, alte Bilder zu überarbeiten.

„Wir sind Recycler“, sagt Ulrike Schulte, die Anfang der 1980er-Jahre in Kassel Kunst und Malerie studiert hat und über Professor Manfred Bluth den Kontakt nach Willingshausen erhielt, um hier ab 1991 die Malschule von Günter und Marianne Heinemann fortzuführen.

Es ist eine vertraute Gemeinschaft, die sich von Schulte unterrichten lässt. Bernd Limpert (77) aus Frankfurt kommt seit 40 Jahren nach Willingshausen, um sich hier in sein Hobby zu vertiefen, er hat seine ersten Kurse noch bei den Heinemanns belegt. Durch ein Prospekt des Deutschen Reisedienstes war er seinerzeit auf die Malschule aufmerksam geworden.

„Wir werden hier sehr gut betreut“, sagt Marianne Kilian, die wie Liesel Löw aus Neukirchen kommt. Sie hat eine alte Leinwand mit Acryl übermalt und freut sich an ihrem Bild mit zwei Gartenstühlen. Ein Teil der Ergebnisse der Malschule ist im Schaufenster an der Neustädter Straße 7 zu bewundern. (Kerstin Diehl)

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