Bilder und Skulpturen

Künstler Johannes Schaaf stellt in Willingshausen aus

Gesellschaftskritik: Künstler Johannes Schaaf vor seinem unverkäuflichen Werk „die Überlegenheit des weißen Mannes“.
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Gesellschaftskritik: Künstler Johannes Schaaf vor seinem unverkäuflichen Werk „die Überlegenheit des weißen Mannes“.

Noch bis zum 11. Dezember kann man in Willingshausen die Ausstellung von Johannes Schaaf sehen. Mit seiner Kunst übt Schaaf auch Gesellschaftskritik.

Willingshausen. Die Einheit im Kontrast, das möchte Künstler Johannes Schaaf mit seiner neuen Ausstellung „hier und dort“ in der Neustädter Sieben in Willingshausen darstellen, wo 30 seiner Gemälde und zehn Skulpturen ausgestellt sind.

Der 78-jährige Bischhäuser berichtet von einer Begeisterung für Kunst, die bereits im Kindesalter ihren Ursprung in einem anregenden Kunstunterricht fand. „Das Talent habe ich ganz klar von meiner Mutter“, erzählt Schaaf. Doch die Kunst sei im Laufe seines Werdegangs auf der Strecke geblieben: „Ich habe mein erstes Studium in Theologie abgeschlossen, später kam noch ein Studium der Erziehungswissenschaft hinzu“, sagt er.

In seinem Job als Supervisor und Coach spricht Johannes Schaaf mit Menschen über ihre persönlichen Probleme. Um diese nicht in sich selbst aufzunehmen, habe ihm jedoch ein Ausgleich gefehlt, der ohne Worte auskommt. Weiter berichtet Schaaf: „Meine Frau hat mir dann einen Aquarell-Kasten geschenkt und gesagt: Mach mal eine Pause. So fand ich die Kunst wieder.“

Mittlerweile beschäftigt sich Johannes Schaaf auf vielfältige Art mit Kunst: so zeigt die Ausstellung in Willingshausen nicht nur klassische Landschaftsgemälde, sondern auch Arbeiten der Bildhauerei und Skulpturen aus Ton.

Die Werke in seiner jüngsten Ausstellung zeigen auf der einen Seite der Galerie die grüne, reichhaltige Landschaft der Schwalm, während die Gemälde auf der anderen Seite die heiße und dürre Wüste zeigen. Scheinbar unterschiedliche Landschaften, die doch harmonieren und einander brauchen. „Denn im Hiersein packt uns die Sehnsucht nach dem Dortsein. Und umgekehrt“, eröffnet Michaela Spellerberg die Kunstausstellung. Inspiriert sind die Landschaftsbilder durch eine Reise in der Wüste und die Natur des Schwalm-Eder-Kreises. „Obwohl beide Landschaften so unterschiedlich sind, liegt ihre Gemeinsamkeit in der Schönheit“, sagt Johannes Schaaf.

Reinhold und Ulrike Kuchler aus Treysa sind beeindruckt von der kontrastreichen Ausstellung.

Neben den Landschaften gibt es auch Werke die eine klare Meinung präsentieren. Eines davon: die Überlegenheit des weißen Mannes. Diese Skulptur zeigt eine weiße Figur, die über einem Käfig steht, in welchem sich Personen mit einer dunkleren Hautfarbe befinden. Laut Schaaf übt diese Skulptur Kritik an den Menschen, die sich selbst die Überlegenheit zugeschrieben haben und zeigt ebenso die Leidtragenden. Direkt dahinter, ein weiteres politisches Bild: flammend rot zeigt es die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels.

Besucherin Ulrike Kuchler und ihr Mann Reinhold sind beeindruckt von der Ausstellung. „Die einführenden Worte von Michaela Spellerberg waren wichtig, um den Kontrast zu vermitteln. Die Werke geben mir ein Gefühl von Wärme und Nähe“, sagt sie. „Die Ausstellung ist sehr kontrastreich. Mir wird gerade erst bewusst, in was für einer privilegierten Landschaft wir leben“, stimmt Reinhold seiner Frau zu.

Information: Die Ausstellung in Willingshausen geht bis zum Samstag, 11. Dezember. Öffnungszeiten Samstag und Sonntag 16 Uhr bis 18 Uhr. (Celine Kühn)

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