Das Rätsel bleibt ungelöst

Notruf-Zettel in einer Jeans: C&A schließt Herkunft aus Kambodscha aus

Sabine Scholl Foto: Paul

Willingshausen. Jeans und Zettel mit einem Hilferuf in englischer Sprache „Bitte helfen Sie kambodschanischen Kindern" stammen mit Sicherheit nicht aus Kambodscha. So lautet das Untersuchungsergebnis von C&A.

Anlass für die genaue Überprüfung war das Engagement von Kundin Simone Scholl (46) aus Willingshausen-Wasenberg, den Kindern in den Textilfabriken zu helfen (wir berichteten).

Sie hatte den Zettel in einer neuen C&A-Jeans gefunden und sich an unsere Zeitung gewandt. Ein C&A-Mitarbeiter aus Kassel hatte das Stück Papier und die Hose der Marke Yessica daraufhin Ende September in Wasenberg zur genauen Untersuchung abgeholt.

„C&A nimmt Hinweise solcher Art grundsätzlich ernst und verfolgt ausnahmslos eine vollständige Aufklärung“, erklärte Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes (Düsseldorf) gegenüber der HNA. „Nach eingehender Untersuchung der betroffenen Jeans“ könne C&A versichern, dass die Hose nicht in Kambodscha gefertigt wurde. „Daher ist auch auszuschließen, dass der Zettel aus Kambodscha stammt und authentisch ist“, so Rolfes weiter. Auch seien keine weiteren Hilferufe in Kleidungsstücken bei C&A gemeldet worden.

Lesen Sie dazu auch:

- Jeans-Käuferin findet Zettel mit Hilferuf in Hose von C&A

- Nach Hilferuf in Jeans: C&A zweifelt Echtheit des Zettels an

- Versteckte Botschaft in Hose: C&A hat Notrufzettel und Jeans abgeholt

Auf Fragen, wie genau die Jeans und das Papier untersucht wurden und warum letztlich C&A für einen derartigen Hilferuf ausgewählt wurde, erteilte das Modeunternehmen keine Auskunft. Auch wurde der HNA in der abschließenden Erklärung nicht mitgeteilt, woher Jeans und Zettel letztlich stammen.

Allerdings erklärte Rolfes, dass Zettelfinderin Simone Scholl telefonisch über die Untersuchungsergebnisse informiert worden sei und die Jeans auf dem Postweg zurück erhalte. „Mir wurde zunächst auch nur gesagt, dass Jeans und Zettel definitiv nicht aus Kambodscha stammen“, so die 46-Jährige. Auf Nachfrage habe ihr C&A mitgeteilt, die Jeans sei in Pakistan produziert worden. „Auf diese Aussage muss ich mich eben verlassen.“

Die Wasenbergerin hofft, dass nun Ruhe in der Zettelaffäre eintritt. „Ich wurde auf der Straße immer wieder darauf angesprochen und telefonisch um Interviews gebeten“, so Scholl. Dabei wollte die 46-Jährige nur, dass notleidenden Kindern geholfen wird. Auf Unterstellungen, sie selbst habe den Hilferuf-Zettel in die Jeans gesteckt, reagiert sie gelassen: „Ich habe ein reines Gewissen, was den Zettelfund angeht. Die Leute können denken, was sie wollen.“ Trotz des Rummels um ihre Person ist sich die Wasenbergerin sicher: „Ich würde alles wieder ganz genau so machen.“

Außerdem möchte sich Scholl bei der Planung einer Kindernothilfe in der Region einbringen, die gegen Kinderarbeit in Textilfabriken kämpft.

Von Jasmin Paul

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.