Buntbarsche aus Schwälmer Becken

Familie Gaus züchtet Barsche für den nationalen und internationalen Markt

Einblick in die Halle von Familie Gaus. In den Aquarien züchten sie Barsche.
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Ein eingespieltes Team: von links Tatjana Gaus (46) und Inhaber Nikolaj Gaus (46) vor einem der voll ausgestatteten Aquarien im Hallenbereich. Nicht auf den Bild: Neffe Victor Gaus (37).

Hinter den Mauern des früheren Möbelhauses Dietz in Wasenberg kann man in eine echte Unterwasserwelt eintauchen: Das Aquahaus Gaus präsentiert hier auf 3000 Quadratmetern seine Buntbarsche.

Wasenberg – Was hobbymäßig begann, hat sich zu einem guten Geschäft entwickelt. Der 46-jährige Nikolaj Gaus hat sein Hobby nämlich zum Beruf gemacht. Seit 1997 hat der Neustädter seine erfolgreiche Hobbyzucht ausgebaut und schließlich zum Gewerbebetrieb expandiert. Erfahrung bringt Gaus reichlich mit. Bereits 2007 – damals noch von einem im eigenen Garten gebauten Fischhaus aus – betrieb er seine Buntbarschzucht mit beachtlichen 70 Aquarien. Dabei legt der 46-Jährige großen Wert auf eine saubere Zucht. Schon bald stellten sich erste Erfolge ein, die Nachfrage stieg, der Garten wurde zu klein.

Zuletzt, zehn Jahre lang, betrieb Gaus seine Aquarienanlagen in der ehemaligen Post in Neustadt. Schon dort wimmelte es in insgesamt 700 Aquarien nur so von diversen Buntbarscharten. „Als mir dann vor eineinhalb Jahren die Hallen hier in Wasenberg vom Makler angeboten wurden, war ich gleich Feuer und Flamme“, erzählt er.

Aquahaus in Wasenberg: Etwa 2000 Aquarien am Standort

Der Aus- und Umbau der ehemaligen Ausstellungshallen des Möbelhauses Dietz brachte Gaus, seine Familie und Helfer oft an ihre Grenzen. Fast alles wurde in Eigenleistung organisiert. „Wir wollten auf keinen Fall eine Tropfsteinhöhle mit tropischem Klima schaffen, in der man es nicht länger als fünf Minuten aushält und in der es modrig riecht“, erläutert der Experte die Ansprüche beim Bau einer solchen Anlage. Die Luftfeuchtigkeit im Aquahaus betrage angenehme 60 Prozent, „wie im Wohnzimmer“, sagt Gaus. Der Grund dafür ist das überaus aufwendige Lüftungssystem, mit dem die Hallen ausgestattet sind und das nach dem Prinzip der Wärmerückgewinnung funktioniert. Im Mai 2020 war der logistische Kraftakt dann vollbracht und der Umzug der Fischbecken konnte vollzogen werden. Transporter für Transporter wurde die empfindliche Fracht nach Wasenberg gefahren. Hier warteten 2000 Aquarien mit einem Fassungsvermögen zwischen 60 und 400 Litern Wasser auf die Fische.

Trotz der großen Flächen bleibt der Betrieb ein Familienunternehmen: „Mein Neffe, meine Frau und ich arbeiten hier. Die Aufgaben sind genau verteilt“, erklärt der Unternehmer. Fragt man Gaus, weshalb es unbedingt die Zucht von Buntbarschen sein musste, erklärt er: „Die Fische haben Charakter. Nicht umsonst sind sie im Malawi-See in Ostafrika beheimatet, dem man nachsagt, er sei die Wiege der Menschheit.“

Aquahaus in Wasenberg: Ungefähr 300 verschiedene Barscharten im Sortiment

Auf einer Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern werden ungefähr 300 verschiedene Arten der afrikanischen Buntbarsche aus Ostafrika gezüchtet. Abnehmer sind der Einzel- und Großhandel, aber auch Privatleute. „Allerdings richtet sich der Onlineshop zu 95 Prozent an Privatpersonen“, erklärt Gaus. Geliefert wird nicht nur innerhalb Deutschlands, die Barsche aus der Schwalm werden per Flugzeug in die ganze Welt verschickt. Je nach Sorte und Größe kostet ein Tier im Schnitt zwischen 8,33 und 25 Euro, bestimmte erheblich mehr. Coronabedingt darf der Betrieb weiterhin besucht werden unter Einhaltung der Regeln, samstags von 10 bis 14 Uhr. (Vanessa Schnücker)

Kontakt: aquahaus-gaus.de, Tel. 0 66 91/9 66 73 02.

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