Ehepaar kümmert sich um Blumen

Historische Rosensorten im Schulgarten in Steina 

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Großer Auftritt rund um die schmucke Laube: Dr. Wilhelm Süßmann (66) und seine Frau Heidrun Horst-Süßmann haben ein besonderes Faible für die englischen Rosensorten. 

Steina. Süßer, geradezu betörender Rosenduft liegt in der Luft: „Wir freuen uns jedes Jahr wieder neu an dieser Pracht“, sagt Dr. Wilhelm Süßmann. Zusammen mit seiner Frau Heidrun Horst-Süßmann hegt und pflegt er den alten Schulgarten in Steina.

1994 zog die Familie in das frühere Schulhaus ein. Die Struktur des Gartens ähnelt bewusst dem der Bauerngärten: Grob ist er in vier Areale unterteilt, als Wegekreuz dienen Buchsbaum und eine duftende Rose.

An Rosen haben Süßmanns tatsächlich ihr Herz verloren: Besonders die historischen Sorten haben es den Steinaern angetan. Sie tragen so klangvolle Namen wie Astrid Gräfin von Hardenberg. Zusammen mit Pfingstrosen, auch Päonien genannt, und Stauden zieren sie unter anderem die flankierende Rabatte – als blühender und duftender Saum, abgesetzt mit immergrünem Buchsbüschen. Das Besondere: Jedes Familienmitglied hat seine persönliche Rosensorte, beispielsweise die Ingrid Bergman für die Tochter. Zu den alten Rosen zählen laut Süßmann die sogenannten Zentifolien: Sie sind winterhart und duften lieblich. „Centifolia“ bedeutet hundertblättrig.

Wie eine Pforte zum grünen Areal präsentiert sich der mittig angelegte Teich mit Knöterich und Blutweiderich. Im inneren Ring baut Familie Süßmann unter anderem Tafeltrauben an, darunter wächst Salat: „Die Idee habe ich aus Ungarn mitgebracht“, erklärt der 66-Jährige. Süßmann empfiehlt, den Trieb mindestens einen Meter lang zu lassen: „Die großen Blätter ernähren die Trauben, sind quasi das Kraftwerk.“ Unter dem Wein recken sich Kräuter gen Himmel, beispielsweise Weinraute, deren leicht bitterer Geschmack an Kokosnuss erinnert. In Planung sei der Obstanbau von Kiwi- und Gojibeeren.

Als gestalterisches Element haben Süßmanns Säulenäpfel angepflanzt. „Sie stammen aus den 1960er-Jahren aus Kanada.“ Besonders mag der Steinaer die Apfelsorte Topaz. Bedeutung hat der Winterapfel im Bio-Anbau oder bei Direktvermarktern, weil der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wegen der geringen Krankheitsanfälligkeit reduziert werden kann. In den Beeten findet sich auch die Stachelbeere, die früher in Bauerngärten nie fehlte. „Es empfiehlt sich, resistente Sorten zu kaufen“, rät Süßmann. Entspannung findet die Familie in ihrer schmucken Holzlaube, in die nicht nur reichlich Licht fällt – sie ist über und über mit englischen Rosen berankt, beispielsweise mit Züchtungen von David Austin, der bereits in den 1950er-Jahren begann, die Schönheit der Rosen zu perfektionieren.

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