Malerstübchen zeigt Landschaftsbilder von Ben Kamili

Hommage an die Schwalm

Willingshausen: Dem langjährigen Vorsitzenden der Vereinigung Malerstübchen Willingshausen, Helmut Geißel (auf dem Bild vorne, dahinter von links) Paul Dippel (Vereinigung Malerstübchen), Künstler Ben Kamili, Katja Just (Laudatorin) sowie Bürgermeister Heinrich Vesper ist die aktuelle Schau gewidmet.
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Ausstellungseröffnung: Dem langjährigen Vorsitzenden der Vereinigung Malerstübchen Willingshausen, Helmut Geißel (auf dem Bild vorne, dahinter von links) Paul Dippel (Vereinigung Malerstübchen), Künstler Ben Kamili, Katja Just (Laudatorin) sowie Bürgermeister Heinrich Vesper ist die aktuelle Schau gewidmet.

Willingshausen – Sie darf als Höhepunkt des diesjährigen Kunstjahres betrachtet werden, die Ausstellung vom Ben Kamili in der Kunsthalle Willingshausen.

Willingshausen - Eine Hommage eines international renommierten Künstlers und Initiator des Willingshäuser Künstlersymposiums an die Schwalm und insbesondere Willingshausen – sehenswert.

„Die Schwalm - eine außergewöhnliche Region - heißt auch der Titel der 25 Werke im Wert von rund 300.000 Euro umfassenden Schau. Ben Kamili spart an nichts, weder an Farbe noch an Hingabe, die Weite der Willingshäuser Flur, die Rapsfelder und blühenden Feldränder darzustellen. „Seelenlandschaften“ nennt -Raffael Dedo Gadebusch Kamilis Wolkenbilder und Sommerlandschaften in dem zur Ausstellung entstandenen, gebundenen und mit Gedichten zu den Landschaftsbildern versehenen Katalog.

Ausstellung ist Helmut Geisel gewidmet

Mit seinen eigens für diese Ausstellung in diesem Jahr entstandenen Bildern führt Kamili die Landschaftsmalerei fort, die vor knapp 200 Jahren mit der Malerkolonie Willingshausen begann. Kamili hat die Ausstellung Helmut Geißel gewidmet, dem langjährigen Vorsitzenden der Vereinigung Malerstübchen Willingshausen, der ihn wie kein anderer mit der Geschichte der Willingshäuser Künstlerkolonie vertraut machte. „So viel Geschichte, so viel Kunst und Tradition in diesem kleinen Museum, in diesem kleinen Dorf. Ich war überwältigt“, sagt Kamili.

„Willingshausen - ein Idyll“ hat Ben Kamili (links) sein Werk genannt - Teil der von Katja Just, Bürgermeisterin der Hallig Hooge (rechts), miteröffneten Ausstellung in der Kunsthallle Willingshausen.

Zum Dank und Anerkennung für sein Engagement widmet der 1969 in Nordmazedonien geborene Künstler, dessen Vater Gastarbeiter in Deutschland war und der seinen Lebensmittelpunkt in Berlin hat, die Ausstellung und den Katalog Helmut Geißel.

So energetisch und dynamisch, wie Kamili arbeitet - nicht selten holt er mit vollen Händen die Ölfarbe aus dem Top, um sie auf bis zu zehn Meter großen Flächen zentimeterdick aufzutragen, so wirken auch seine Bilder.

Besucher aus der Region erkannten während der Vernissage am Samstagnachmittag viele Motive wieder, sahen ihre Heimat durch die Bilder von Kamili jedoch in noch intensiveren Farben, als es die Wirklichkeit hergibt.

Maler hat sich in die Schwalm verliebt

Keine Frage – Kamili hat sich in die Schwalm verliebt, wie er Laudatorin Katja Just, Bürgermeisterin der Hallig Hooge, während der Vernissage verriet.

Harmonisch: An Farbe wurde nicht gespart, weder bei den Bildern von Ben Kamili noch an den von Ulrike Becker-Dippel (Kunsthalle) gestalteten Wänden.

„So etwas sehen sie im Louvre oder in der Schirn, aber selten hier“, sagte Kamili selbstbewusst über seine Ausstellung, die mit Hilfe von Ulli Becker-Dippel und Paul Dippel von der Kunsthalle Willingshausen mit kolorierten Wänden und mal vorhandenen, mal fehlenden Rahmen um die Werke eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde.

Ausstellung bis Sonntag 15. November. Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr. Führungen mit Ben Kamili nach Vereinbarung. Telefon: 06697/1418.

Breite Empörung über Brief

Die Ausstellungseröffnung am Samstag wurde begleitet von breiter Empörung und Unverständnis über den dank HNA-Recherche in der Samstagausgabe dieser Zeitung bekannt gemachten Brief „Betroffener Bürger“ Willingshausen an das Bundesinnenministerium.

„Die örtliche Politik steht hinter Willingshausen und der ehemaligen Künstlerkolonie“, so Bürgermeister Heinrich Vesper anlässlich der Ausstellungseröffnung im Hof des Gerhardt von Reutern-Hauses. Vesper hob hervor, dass die Arbeit in und um das Malerstübchen und die Kunsthalle Willingshausen mit „hohem ehrenamtlichen Engagement“ und von Ehrenamtlichen bewältigt werde. Helmut Geißel von der Vereinigung Malerstübchen Willingshausen betonte, dass über 350 Künstler die Malerkolonie Willingshausen besuchten und hier in den Sommermonaten malten. Das von Carl Bantzer und Heinrich Giebel gegründete Malerstübchen mit der Willingshäuser Malertür sei international renommiert und einmalig. Geißel, selbst Ehrenbürger der Gemeinde: „Für meine Begriffe kann der Jemand nicht ganz klar im Kopf sein, der Carl Bantzer verunglimpft und behauptet, er sei ein Rassist gewesen.“ zkd

Von Kerstin Diehl

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