Familiäres Miteinander

Hunderte Hippies im beschaulichen Loshausen: Das Worldmusic-Festival

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Haben sich vor fünf Jahren in Loshausen kennengelernt: Anja Pittjes (Zweite von rechts) und Lalenia Croter (Erste von rechts) freuen sich immer wieder, Ynez (links) und ihre Kinder Liam, Jaro und Samuel wiederzusehen. 

Loshausen. Obwohl das Worldmusic-Festival erst am Abend beginnt, regiert in Loshausen schon seit Mitte der Woche der Ausnahmezustand. Während die ersten Camper ihre Zelte aufgebaut haben, wird im Schlosspark gewerkelt, soweit das Auge reicht.

Bis zum Auftakt von Klaus der Geiger & Ruckiwerch um 19 Uhr soll nämlich alles perfekt sein. Dafür hatten etwa 80 Leute trotz sengender Hitze geschuftet, was das Zeug hält. Auf diese Ehrenämtler ist Meik Koch sichtlich stolz, als er Getränkelieferant Dirk Spahn flugs hilft, den Schankwagen zu beladen. „Wir sind auch 16 Jahre nach der ersten Auflage immer noch ein Non-Profit-Festival.

Manche Bereiche wie das Catering mussten wir abgeben, aber das Ziel ist weiterhin, nur so viel Geld zu machen, dass es keinen Verlust gibt und es im kommenden Jahr weitergeht“, erzählt der Vorsitzende der ausrichtenden Klangfreunde mit einem Lächeln im Gesicht.

Besucherzahlen steigen

Das ist in den vergangenen Jahren auch ohne Wenn und Aber gelungen. Jahr für Jahr verzeichneten die Veranstalter einen Besucherzuwachs um etwa 150 Personen. Vielerorts würde das für ein Ächzen und Stöhnen der Dorfbevölkerung sorgen. Doch in diesem 900-Einwohner-Örtchen ist das anders: Wieder stellen Bauern ihre Wiesen und Felder für Camper zur Verfügung, wieder steht die Gemeinde den Verantwortlichen zur Seite. Und so mancher Einheimischer greift ihnen als Helfer unter die Arme, damit der Ablaufplan nicht zu sehr ins Stocken gerät.

Fleißig am Werkeln: von links Klangfreunde-Vorsitzender Meik Koch und Dirk Spahn bestücken den Getränkewagen.

„Das Festival ist ein Segen für uns“, meint Marlies Brandt in ihrer Bäckerei in der Dorfmitte, „das sind alles liebe, friedliche Leute, die über Jahre hinweg immer wieder kommen. Man kennt sich schon.“

Damit die etwa 2500 erwarteten Besucher aus Nah und Fern nicht allzu schnell vor leeren Regalen stehen, schiebt Horst Brandt derweil Extraschichten in der Backstube. Während des Festivals geht nämlich – im Vergleich zu normalen Tagen – die fünffache Menge an Backwaren über die Ladentheke.

Versorgt die Besucher mit Backwaren: Marlies Brandt.

Trotzdem: „Es bleibt einfach alles ruhig. Polizei und Rettungsdienst haben bei jeder Dorfkirmes mehr zu tun“, meint Organisator Koch sichtlich erleichtert. Das mag wohl daran liegen, dass die Camper ruhig und gelassen bleiben, obwohl ihnen bei mehr als 30 Grad stundenlang die Sonne auf den Kopf scheint.

Vorfreude

„Wir sind hier einfach wie eine ganz große Familie“, meint Anja Pittjes strahlend, die sich jedes Jahr auf’s Neue freut, ihre Freunde in Loshausen wiederzusehen. Dafür ist sie mitsamt der Familie und Bernhardiner-Mischlingshund Mausi in ihrem bunt bemalten Paulchen – der in seinem früheren Leben wohl mal ein Mercedes-Transporter war –extra aus Rheinland-Pfalz angereist. „Das Weltmusik-Festival ist einfach top. Hier haben auch die Kinder Spaß und man trifft immer wieder altbekannte Leute hier. Und die, die man nicht kennt, lernt man einfach kennen.“

Hintergrund: 

Das Festival-Programm

Musikprogramm Bühne:

Freitag, 21. Juli: 19 Uhr Klaus der Geiger & Ruckiwerch, 21 Uhr Hakan Vreskala, 23 Uhr Velo de Oza, 1 Uhr The Art of Fusion.

Samstag, 22. Juli: 12.30 Uhr Tinto, 14 Uhr Indian Air, 15.30 Uhr Domou Afrika, 17 Uhr Sheik General & The Riddim Chantas, 19 Uhr Afro Kunda, 21 Uhr Casino Gitano, 23 Uhr Dub Spencer & Trance Hill, 1 Uhr Space Debris. 

Sonntag, 23. Juli: 12.30 Uhr Panama Red, 14 Uhr Buzzzaar, 15.30 Uhr Mykket Morton, 17 Uhr Il Civetto, 19 Uhr The Voodoo Chile Experience.

 • Neben den musikalischen Auftritten gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, Workshops und Markttreiben. Infos zu Ticketpreisen und Anreise gibt es hier.

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