Dem Schwälmer Tanz auf der Spur

In der Willingshäuser Veranstaltungsreihe „Bilderschwatz“ ging es um den Maler Karl Lenz und sein Bild „Kirmes in Neustadt“

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Paten in prachtvollen Kostümen: Ortsvorsteher Reinhold Corell, Ulli Becker-Dippel, Rosemarie Wolny, Bürgermeister Thomas Groll, Neustadt, Bürgermeister Heinrich Vesper und die Gardisten und Biedermeierdamen aus Neustadt. 

Willingshausen. Im Mittelpunkt des jüngsten Bilder schwatzes im Gerhardt-von-Reutern-Haus stand das Bild „Kirmes in Neustadt“ von Karl Lenz (* 15. Juli 1898 in Frankfurt am Main; † 30. April 1949 in Erdhausen).

Bildpate war diesmal die „2. Kompanie des 16. Kurhessischen Bürgergardebataillons Historische Bürgerwehr Neustadt (Hessen)“ , die von „Vereinshistoriker“ Stefan Henkel durch eine 16-seitige Präsentation professionell vorgestellt wurde. Begleitet wurde die Garde von den Biedermeierda-men in historischen Gewändern. Seit der 500. Neustädter Trinitatis-Kirmes 2004 stehen die Biedermeierdamen den Gardisten zur Seite. Wie seit dem ersten Bilderschwatz üblich, ordnet Ulli Becker-Dippel auf dem „Zeitstrahl“ Künstler und Kunstwerk in die historischen Zusammenhänge sowohl regional als auch weltweit ein.

Das Bild ist 195 mal 270 Zentimeter groß und wurde zwischen 1944 bis 1948 gemalt, aber nie fertiggestellt. Karl Lenz versuchte in seinem Bild die Farbenpracht und die Bewegung des Schwälmer Tanzes, ähnlich wie Carl Bantzer, einzufangen. Heute hängen das Gemälde und weitere Werke von Karl Lenz im Regionalmuseum Weidenhausen.

Rosemarie Wolny vom Vorstand der Karl Lenz-Stiftung stellte den Maler Karl Lenz, sein Leben und sein Werk vor. Lenz malte in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Röllshauen und Willingshausen. Gewohnt hat er zuletzt in Röllshausen. Im Hinterland des Kreises Marburg-Biedenkopf malte Lenz unter anderem Bauern bei der Arbeit. Er gilt als der „letzte große Maler der hessischen Landschaft und der bäuerlichen Bewohner mit ihren Trachten und Bräuchen“, liest man bei Ursula Glöckner-Will in ihrem Buch „Karl Lenz. (1898-1949)“. Seine Ausbildung absolvierte Lenz zunächst in Frankfurt am Main an der Kunstgewerbeschule und am Städel“. Danach wechselte er an die Düsseldorfer Kunstakademie, um als Meisterschüler bei Julius Paul Junghanns Landschafts- und Tiermalerei zu studieren. Nach der Ausbildung zog er ins hessische Erdhausen, dem Geburtsort seines Vaters.

Die Darstellung der bäuerlichen Lebenswelt und der Landschaft rund um Erdhausen sollten ihn sein Leben lang beschäftigen und weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt machen. 

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