Treffpunkt an der Antreff

In Willingshausen entsteht ein Kulturhaus

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Das Kulturhaus Antreff des Dorfmühlenbetreibers Jörg Haafke in Willingshausen wird in Teilbereichen bereits genutzt.

Willingshausen - Die Europawahl steht dicht bevor. Auch in dem Projekt Kulturhaus Antreff der Dorfmühle in Willingshausen wird etwas Europa drinstecken – zumindest wenn es fertig ist.

Für Teile der Inneneinrichtung wie Stühle, Tische, Backofen und Kühlzelle bekommt die Dorfmühle von Susanne Korte und Jörg Haafke 20 000 Euro über die Leader Region Schwalm Aue.

„Jeder Mensch profitiert jeden Moment von Europa“, sagt Jörg Haafke. Damit meint der Willingshäuser insbesondere die landwirtschaftlichen Subventionen, die im Prinzip auf jedem Teller landen. Der Betreiber des Biolandbetriebs der Dorfmühle in Willingshausen ist auch der Überzeugung, dass es keine persönlichen oder privaten Förderungen gibt, sondern immer gesamtgesellschaftliche. Die öffentlichen Unterstützungen sieht er als vollkommen berechtigt an – ein Anreiz für Menschen, überhaupt noch auf dem Land zu leben.

Hofladen, Café und Raum für Kultur

Der Gedanke eines lebenswerten ländlichen Raumes steht auch hinter seinem Projekt Kulturhaus Antreff. In der historischen Scheune der Dorfmühle soll der Hofladen der Dorfmühle mehr Platz bekommen, ein kleines Café wie auch der künftige Hofladen sollen den Rahmen für Ausstellungen, kleine Konzerte, Lesungen und Vorträge bilden. Haafke sieht sich nicht als Konkurrenz zum Angebot des Gerhardt-von-Reutern-Haus mit seiner Kunsthalle, sondern als eine Art Ergänzung.

Direkt am Bach gelegen: Die ehemalige Scheune der Dorfmühle.

Insgesamt hat sich seit den ersten Planungen schon einiges getan. Mit viel Liebe zum Detail und großem Aufwand versucht Haafke, den historischen Charakter des Gebäudes herauszuarbeiten und neue Teile anzupassen.

Das Gespräch findet im ehemaligen Ochsenstall statt. Der Raum soll einmal der Hofladen werden. Haafke legt Wert auf natürliche Baumaterialien. Der Boden beispielsweise ist mit hellen Pflasterklinkern belegt. Ins Auge fallen die fünf Zentimeter starken Steine, die er auf halber Höhe geteilt hat, damit die Fußbodenheizung besser durchdringen kann.

Wann das Projekt fertig ist, steht noch nicht fest

Im dahinterliegenden ehemaligen Schweinestall fällt die neue Außenwand aus roten Ziegelsteinen mit charakteristisch großen Metallsprossenfenstern auf – das entspricht dem klassischen Baustil von Stallungen. Die ehemalige Rübenlage der Ochsen wird einmal die Küche werden, erklärt Haafke.

Über eine kurze Sandsteintreppe gelangt man ins künftige Herz des Kulturhauses Antreff: die ehemalige Tenne. Bereits jetzt präsentiert sich der Raum hell und freundlich. Genau das sei das Problem gewesen, meint Haafke: „Licht in eine Scheune zubringen, wo Licht doch ursprünglich draußen bleiben sollte.“

Erreicht wurde das in der Tenne durch ein schmales, aber hohes Fensterband, welches den geplanten Haupteingang aufnimmt und zugleich eine optische Trennung zwischen dem Altbestand und dem Neubau markiert, sowie Oberlichter und einen angebauten Wintergarten. Auffällig dort das Blendfachwerk an den Wänden, hergestellt aus den ursprünglichen Materialien.

Wann das Projekt abgeschlossen ist, kann Haafke noch nicht sagen. Die EU-Förderung zum Beispiel für die Teile der Inneneinrichtung ist an bestimmte Fristen gebunden und muss spätestens bis Sommer 2020 abgerufen werden. Erste Ausstellungen, wie unter anderem am kommenden Samstag (ab 15.45 Uhr) die des Malers Helmut Laurentius, werden bereits eröffnet. Auch zum Pfingstmarkt „Moot bey de Mehl“ wird zum Beispiel der bereits fertiggestellte Sanitärbereich öffentlich genutzt werden können.

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