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Kosten für Renovierung des Weltkulturhauses sind immer noch unklar

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Von: Sylke Grede

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Jahrelang wurde über die Renovierung des Gerhardt-von-Reutern-Hauses diskutiert, jetzt drängt die Zeit.
Jahrelang wurde über die Renovierung des Gerhardt-von-Reutern-Hauses diskutiert, jetzt drängt die Zeit. © Sylke Grede

Ganz im Zeichen der Kultur wird die kommende Sitzung der Willingshäuser Gemeindevertretung am Donnerstag, 19. Januar, ab 20 Uhr im Kulturhaus der Generationen im Ortsteil Wasenberg stehen.

Willingshausen – Ein Schwerpunktthema ist die Sanierung des Gerhardt-von-Reutern-Hauses, das künftig Weltkulturhaus heißen soll. Die Förderbedingungen für das Vorhaben erfordern weitere Entscheidungen der Gemeindevertretung. In diesem Fall ist nicht eine Kostenüberschreitung das Problem, sondern das Gegenteil.

1,9 Millionen Euro soll die Sanierung des Gebäudes kosten, 1,3 Millionen Euro beträgt insgesamt die Fördersumme.

Dabei handele es sich nicht um eine Bauförderung, sondern mit den Fördermitteln sollen Grundlagen geschafft werden, die kulturelle Arbeit in Europas ältester Malerkolonie zu erhalten und zu erweitern, erklärt Bürgermeister Luca Fritsch im Gespräch mit der HNA. Beteiligt an der Sanierung werden alle erdenklichen Handwerksprofile.

An Dachdecker über den Schlosser bis hin zum Elektriker und viele mehr richteten sich die bisherigen Ausschreibungen. Aufträge in Höhe von 586 000 Euro sind damit vergeben.

Das Problem: Das Förderprogramm sieht an dieser Stelle die Summe von 666 000 Euro vor. Ursache für die Unterschreitung könnte sein, dass bei den Aufträgen, die WC-Anlagen im Keller und die Küchen ausgeklammert wurden.

Trauerspiel: Von den zugigen Holzfenstern blättert die Farbe, die Gefache fallen von den Außenwänden. Das sind allerdings nur die Äußerlichkeiten. Das Gebäude ist insgesamt in schlechtem Zustand.
Trauerspiel: Von den zugigen Holzfenstern blättert die Farbe, die Gefache fallen von den Außenwänden. Das sind allerdings nur die Äußerlichkeiten. Das Gebäude ist insgesamt in schlechtem Zustand. © Sylke Grede

Nun bedingt das Förderprogramm allerdings, dass alle im Konzept gemeldeten Teilmaßnahmen umgesetzt werden, ansonsten reduziert sich entsprechend die Fördersumme – es sei denn, die Gemeinde kann nachweisen, die Kosten würden überschritten. Und genau das ist bis jetzt nicht der Fall.

Auch die konkreten Gesamtkosten des Bauprojekts können noch nicht benannt werden, so Fritsch, denn von 18 „Losen“ sind erst fünf vergeben.

Ein „Los“ bezeichnet im Bauwesen einen Teilauftrag innerhalb eines Gesamtvorhabens. Dieser Vergabeprozess könnte im März abgeschlossen sein.

Dem entgegen steht allerdings das Zeitmanagement der Förderrichtlinien, denn der sofortige Baubeginn kann auf keinen Fall verschoben werden. Die Fördersumme steht der Gemeinde nur zu, wenn die Sanierung bis zum Jahresende abgeschlossen ist.

Nun müssen die Gemeindevertreter entscheiden: Entweder das Bauvorhaben wird inklusive der WC-Anlagen umgesetzt oder eine Verlängerung der Frist wird beantragt, um zuerst die gesamten Kosten zu kennen. Dem Beschlussvorschlag nach, soll um die Verlängerung der Frist gebeten werden.

Auch soll der Baubeginn forciert werden, eine Auslagerung der Kunstschätze und des anderen Inventars soll kurzfristig organisiert und finanziert werden.

Trauerspiel: Von den zugigen Holzfenstern blättert die Farbe, die Gefache fallen von den Außenwänden. Das sind allerdings nur die Äußerlichkeiten. Das Gebäude ist insgesamt in schlechtem Zustand.
Trauerspiel: Von den zugigen Holzfenstern blättert die Farbe, die Gefache fallen von den Außenwänden. Das sind allerdings nur die Äußerlichkeiten. Das Gebäude ist insgesamt in schlechtem Zustand. © Sylke Grede

Das Förderprogramm mit seinen Vorgaben nimmt einen weiteren Einfluss auf die weitere Entwicklung des in Nordhessen einmaligen Kulturstandorts Willingshausen: Es wird in Bezug darauf in der Gemeindeverwaltung eine hauptamtliche Stelle geschaffen. Sie wird zunächst befristet über EU-Mittel gefördert, danach unabhängig von Programmen entfristet werden, so Fritsch. (Sylke Grede)

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