Fan des Landlebens

Kronberger Maler wirkte in der Schwalm

Johann Fürchtegott Dielmanns Gemälde der Willingshäuser Schmiede.
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Johann Fürchtegott Dielmanns Gemälde der Willingshäuser Schmiede. (Repro)

Im Jahr 2018 wurde in Kronberg das neue Museum der Malerkolonie Kronberg im Taunus auf einer Fläche von über 350 Quadratmeter mit viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik in der Villa Winter eingeweiht.

Schwalm – In zahlreichen Sonderausstellungen wird hier das künstlerische Schaffen der vor rund 150 Jahren entstandenen Künstlerkolonie vom Spätbiedermeier bis zur impressionistischen Freilichtmalerei präsentiert. Die Stadt Kronberg ist wie Willingshausen Mitglied von EuroArt – einer Vereinigung der europäischen Künstlerkolonien.

Es dürfte vielen Kunstliebhabern nicht bekannt sein, dass zu den Gründern der Kronberger Malerkolonie neben Anton Burger der Maler J.F.Dielmann gehörte, der auch in Willingshausen tätig war. Der Ziegenhainer Kunstexperte Johannes Prinz besitzt einige seiner Werke. Er recherchierte zu diesem Künstler.

Landleben: Dieses Ölbildnis von Johann Fürchtegott Dielmann ist im Besitz des Ziegenhainer Kunstsammlers Johannes Prinz. (Repro)

Dielmann wurde 1809 in Frankfurt-Sachsenhausen geboren und absolvierte zunächst eine Lithographenlehre beim Kunstverlag Vogel und studierte anschließend am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt bei Karl Friedrich Wendelstadt und und in Düsseldorf bei J.W. Schirmer.

1842 besuchte Dielmann den Maler Gerhard von Reutern zum ersten Mal in Willingshausen. Er fand in Willingshausen in ausgeprägtem Maße das, was seiner Veranlagung und Natur zusagte. In mitten einer lieblichen Landschaft Szenen, die urwüchsiger und bildmäßig ergiebiger nicht gedacht werden konnten. Er aquarellierte, zeichnete und malte nach Herzenslust eine Fülle der anmutigsten Trachtenstudien und daneben schlichte Szenen aus dem dörflichen und kirchlichen Gemeindeleben. So entstanden die anheimelnden Bilder der Schwälmer Schusterstuben und Dorfschmieden, Porträts der jungen Bäuerinnen , der Dorfalten und Kinder.

Landleben: Dieses Ölbildnis von Johann Fürchtegott Dielmann ist im Besitz des Ziegenhainer Kunstsammlers Johannes Prinz. (Repro)

Dielmanns Arbeiten waren überwiegend kleinformatig und in heller Farbgebung. Das Schwälmer Dorfleben hatte es Dielmann besonders angetan. Besonders zu erwähnen ist ein Dielmann-Bild von einer Dorfschmiede in Willingshausen, das kein geringerer als einer der bedeutendsten deutschen Genremaler Ludwig Knaus im Alter von 19 Jahren bei einem Wiesbadener Kunstfreund erwarb. Knaus behielt es zeitlebens in seinem Besitz. Das Bild stellte die alte Willingshäuser Dorfschmiede dar, in welcher der weißhaarige Schmied, ein Stelzfuß, am Amboss sitzt und hämmert, und nebenbei mit zwei drallen Bauernmädchen scherzt.

Dieses Porträt von Johann Fürchtegott Dielmann malte Carl Bennert. (Repro)

Das Gemälde von Dielmann war für Ludwig Knaus Anlass für eine Reise in die hessische Provinz. Hier schuf Ludwig Knaus später mehrere großartige Gemälde wie unter anderem die Schwälmer Kirmes unter der Linde, Goldene Hochzeit u.a., die dem Maler Ludwig Knaus einen weltweiten Ruhm und Anerkennung brachten und sogar in die USA verkauft wurden.

Der Maler Jakob Fürchtegott Dielmann unternahm in seinem Malerleben zahlreiche Studienreisen durch Deutschland und war seit 1858 dauerhaft in Kronberg tätig. Er war unter anderem auch als Illustrator tätig. Dielmann starb 1885 in Frankfurt. (Sylke Grede)

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