Die Kunst vom Fliegen in Willingshausen

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Blickfang: Die Mitglieder der Flugsportvereinigung Schwalm mit dem Vorsitzenden Ludwig May (Zweiter von links) hatten eigens für den Bilderschwatz ein Segelflugzeug nach Willingshausen mitgebracht.

Willingshausen. Im wahrsten Sinne des Wortes abgehoben sind am Freitag die Gäste beim 20. Bilderschwatz in Willingshausen: „Learning to fly“ - also fliegen lernen - hieß nämlich das Video der früheren Stipendiatin Julia Charlotte Richter, das im Mittelpunkt des Abends stand.

Doch bevor eifrig über Kunst geschwatzt wurde, trafen sich die Besucher zunächst auf dem Hans-von -Volkmann-Platz. Dort hatten die Paten des Abends - die Flugsportvereinigung Schwalm - eigens für die Veranstaltung ein Segelflugzeug positioniert.

Im Gasthaus Stamm schaute Ulli Becker-Dippel auf den Zeitstrahl. Und erklärte: „Das Besondere ist heute, dass wir es mit einer lebenden Künstlerin zu tun haben.“ Zuvor waren ausschließlich Werke der Künstler der einstigen Malerkolonie besprochen worden.

Im Gasthaus Schwalm: Ulli Becker-Dippel, Paul Dippel, Julia Charlotte Richter und der neue Stipendiat Thilo Jenssen (von links) kamen mit den Gästen ins Schwatzen.

In 2011 habe etwa die Katastrophe in Fukushima die Nachrichten beherrscht,man spürte Bin Laden auf und freute sich über die Hochzeit von William und Kate in England. Für viel Gesprächsstoff sorgte das Video der Stipendiatin. Einige Akteure des Männerchores Willingshausen - sie waren die Hauptfiguren beim Dreh - erzählten von ihren Eindrücken. „Ich habe für den Chor bewusst ein Lied ausgesucht, dass eigentlich gar nicht für Chöre geeignet ist - ich wollte bewusst ein Spannungsfeld erzeugen, in dem wir uns gemeinsam bewegen“, beschrieb Julia Charlotte Richter ihre Idee.

Berührende Bilder 

Sie selbst verbinde mit dem Chorgesang berührende Bilder: die aus ihrer Kindheit, in der der Opa regelmäßig zur Gesangsstunde ging. „Ich wollte, dass die Zuschauer von den Männerstimmen berührt werden.“

Gerda Korell freute sich über die Aufgeschlossenheit des „sonst eher konservativen Chores“: „Finde ich toll und klingt mal ganz anders. Würde ich gern öfter hören“, war ihr Resümee. Ob sich die Männer darauf gleich eingelassen hätten? „Es gab schon einige Bedenken“, gab der frühere Chorleiter Wilhelm Faust zu. Auch wegen des englischen Textes: „Es wusste ja keiner, was das heißt.“ Aber nach wenigen Proben habe das Lied gut geklappt: „Es war schön“, sagte Faust.

In China gezeigt 

Richter ging es bei aller Inszenierung vor allem um Bilder im Kopf: „Beim Betrachten entstehen bei jedem andere.“ Ihr Video dürften mittlerweile nicht nur Willingshäuser gesehen haben. Denn es ist Teil einer DVD des Goethe-Instituts. „Und es wird an vielen Orten der Welt gezeigt, unter anderem in den USA und China“, erklärte sie. „Irgendwie fliegt es weiter - das ist eine schöne Vorstellung.“ (zsr)

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