Marburger Universitätsmuseum virtuell

Kunstpause im Netz: Rundgang durchs Universitätsmuseum per Computer

Kunstmuseum Marburg: Carl Bantzer – hier vor seinem Gemälde „Schwälmer Tanz“ – nutzte die Fotografie für seine Werke.
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Kunstmuseum Marburg: Carl Bantzer – hier vor seinem Gemälde „Schwälmer Tanz“ – nutzte die Fotografie für seine Werke.

Mit zwei Online-Ausstellungen, einem digitalen Rundgang und der Kunstpause im Netz präsentiert sich das Marburger Universitätsmuseum angesichts der Corona-Krise nun virtuell.

Dazu gehört etwa die Online-Ausstellung „Carl Bantzer und die Fotografie (1890-1940). Ein Maler blickt durch die Linse“, die ursprünglich zur Vorbereitung auf einen Museumsbesuch gedacht war. Daher werden zahlreiche Informationen, Fotos und Bilder präsentiert, die im Museumssaal zu den Willingshäuser Malern keinen Platz hätten. Die Ausstellung zeigt, wie Bantzer Fotografien als Arbeitshilfen genutzt hat. Die damals neue Technik verwendete der Künstler ab Ende der 1880er-Jahre als Vorlagen für detaillierte Studien. So hatte das auf der Weltausstellung 1904 berühmt gewordene Bantzer-Gemälde vom „Abendmahl in einer hessischen Dorfkirche“ einen langen Entstehungsprozess. Dafür ließ der Künstler die Kirchenszene auf einem angemieteten Grundstück in Willingshau-sen gemeinsam mit Bauern in Tracht nachbauen.

Kunstpause nun online

Neu konzipiert wurde die Kunstpause: Jeden Mittwoch haben sich Kunstbegeisterte in der Vergangenheit um 12.30 Uhr getroffen, um über einzelne Gemälde, Lithographien oder Aquarelle zu sinnieren und zu diskutieren. Nun werden die Werke online vorgestellt - etwa Otto Ubbelohdes „Frühling“, ein Landschaftsgemälde, das am Ende eines langen Winters ein Zeichen der Hoffnung setzt und von der Energie des Neuanfangs kündet. Bei der virtuellen Kunstpause nutzt das Museum zugleich die Möglichkeit, Bilder aus dem Depot zu präsentieren, die in der aktuellen Dauerausstellung nicht zu sehen sind. Es gibt auch Kunstpausen zur Skulptur „Abschied“ von Käthe Kollwitz, dem „Gehöft in der Toskana“ von Paul Baum und der „Afrikanischen Urwaldlandschaft“ des Marburger Malers Fritz Klingelhöfer.

Virtueller Rundgang durch die Ausstellung

Nur einige Wochen geöffnet hatte die neue Sonderausstellung „Rolf Gith - Message of painting“ mit den ungewöhnlichen Stillleben des Wiesbadener Künstlers. Wer sich nun einen Eindruck von den eigenwilligen Motiven - Früchte, Blüten und Federn, aber auch Schachteln, Plastikfolien und Glasgefäße - machen will, kann jetzt einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung unternehmen. Freilich kommt die monumentale Wirkung der Bilder im Netz nicht ganz so gut zur Geltung, räumt Museumsleiter Christoph Otterbeck ein. Motive wie Bleistifte, Weintrauben und Tomaten sind nämlich vor Ort um mehr als das Zehnfache vergrößert: „Die immensen Formate und die Feinheit der Oberflächen kann man digital nicht so gut sehen“, so Otterbeck.

Museumsleiter Christoph Otterbeck will virtuellen Besuchern Lust auf Rundgänge nach der Coronapandemie machen

Die Online-Ausstellungen sollen Lust auf spätere Besuche mit dem vollen Bildgenuss machen, sagt der Museumsleiter. Freilich wurde mit zwei digitalen Ausstellungen schon vor Beginn der Corona-Krise begonnen. Die Online-Präsentation der Sammlung Richard Hamann startete bereits mit der Wiedereröffnung des sanierten Kunstmuseums Ende 2018. Sie dient dazu, die Gründungszeit des Museums zu verdeutlichen. Der einstige Marburger Kunstgeschichtsprofessor Hamann (1879-1961) hat dem Museum 91 Werke mit Gemälden und Grafiken aus dem deutschen Impressionismus und der Klassischen Moderne hinterlassen. Etwa den „liegenden Frauenakt“ von Oskar Moll, die „Entstehende Verbindung“ von Wassily Kandinsky und die „Deutsche Landschaft“ von Paul Klee.

Link zur Seite des Universitätsmuseums Marburg 

Die Online-Ausstellungen und die virtuelle Kunstpause finden sich unter www.uni-marburg.de/de/museum.

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