Billy Mazreku zeigt in der Kunsthalle provokante Skulpturen

Willingshausen: Mensch als Gefahr für die Schöpfung

Besucherin Sabine Große sah sich am Samstag die Ausstellung in der Willingshäuser Kunsthalle an.
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Besucherin Sabine Große sah sich am Samstag die Ausstellung in der Willingshäuser Kunsthalle an.

17 imposant, edel und fein gearbeitete Skulpturen empfangen die Besucher der Kunsthalle Willingshausen, wenn sie einen Blick auf die Ausstellung „Protecting The Earth“ von Billy Mazreku werfen.

Willingshausen. Der in Frankreich lebende Künstler mit albanischen Wurzeln lernte Willingshausen bereits im Rahmen des Malersymposiums kennen und fand erneut den Weg nach Willingshausen über seine Freundschaft zu Ausstellungskurator Ben Kamili. Diesmal beeindruckte Mazreku mit elfenbeinfarbigen filigran gearbeiteten Skulpturen aus künstlerischem Gips und Bronze.

Mazreku zeigt beispielsweise ein Nashorn auf dessen Hornspitze ein Säugling balanciert. „Wer weiß, ob die nächste Generation überhaupt noch ein Nashorn kennt oder die Art nicht auch schon längst ausgestorben ist? Das Baby zeigt Stop!“, so der Franzose, der das Töten von Tieren ebenso anprangert wie das gesamte ausrottende Verhalten der Menschheit gegenüber der Schöpfung.

In den Augen des Vernissage-Laudators Wilhelm Ziehr, Kunsthistoriker aus Wilhelmshorst, erhebt Mazreku mit seinen Skulpturen Anklage gegenüber der Menschheit. Die Verschmutzung der Ozeane bringt Billy Mazreku in seiner Skulptur „Message in the bottle“ zum Ausdruck und auch in seiner an eine Badewanne erinnernde Skulptur der Arche Noah kommt es zur Konfrontation zwischen Mensch und Tier. Im weißen Gips findet sich ein in Sprechblasen gefasster Dialog und inmitten der Wanne ein Hai. „An Mazrekus Werken hat man sich nach einer Stunde noch nicht sattgesehen. Man entdeckt einfach immer wieder etwas Neues“, hieß es von den Betrachtern.

Künstler Billy Mazreku (rechts) mit Laudator Wilhelm Ziehr vor einem seiner Werke.

Laudator Ziehr betonte, wie wichtig die Wirkung im Raum an sich sei, denn schließlich handele es sich bei Skulpturen um dreidimensionale Objekte, die des Raumes bedürften, um ihre Aussagekraft zu entfalten. Im Objekt „Trauernde Erde verschmelzen filigrane gearbeitete Krokodile, Eisbären, Hähne, Pferde mit Pistolen tragenden Menschen in einer Säule. „Mazrekus Kunst ist Vorlage und Anregung für unendlich viele Ideen“, so Wilhelm Ziehr. Kunst spreche immer denjenigen an, der etwas von sich selbst mit- und einbringt. „Wer nichts mitbringt, dem wird ein Kunstwerk auch nichts sagen“, so der Kunsthistoriker. Zur Vernissage waren auch einige befreundete Künstler Mazrekus aus Belgien angereist.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Juli in der Kunsthalle zu sehen. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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