Bewegte Gemüter

Erneute Debatte um den kirchlichen Kindergarten in Merzhausen

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Kommission soll es richten: Mindestens bis Frühjahr 2020 bleibt die evangelische Kirche noch für den Betrieb des Kindergarten Willingshausen/Merzhausen verantwortlich. Eine Kommission soll bis dahin die Arbeit bewerten.

Der kirchlich betriebene Kindergarten in Willingshausen/Merzhausen sorgte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Zella für Aufsehen.

Nicht nur Pfarrer Markus Wagner-Breidenbach hatte Interesse am Sitzungsverlauf, sondern auch zahlreiche andere Menschen aus dem Kindergartenumfeld. Das Thema beschäftigte die Gemeindevertreter bereits in ihrer Sitzung im Mai. Damals hatte die Beschlussvorlage für Irritationen gesorgt. Viele Beteiligte erfuhren erst kurz vorher durch unsere Zeitung von den Kündigungsplänen der Gemeinde.

Diesmal stand die Kündigung des Betriebsvertrages mit der Evangelischen Kirchengemeinde bezüglich des Betriebs des evangelischen Kindergartens in Willingshausen/Merzhausen unter Tagesordnungspunkt drei.

Wie Bürgermeister Heinrich Vesper informierte, habe es Missstandsvorwürfe aus der Elternschaft bezüglich der Betreuungsqualitäten gegeben. Zwischen Kitaleitung und Mitarbeitern habe es nicht harmoniert, Krankheitsausfälle hätten zu Betreuungsfehlzeiten geführt. „Die Situation stand kurz vor der Eskalation. Im Kuratorium war uns nichts darüber berichtet worden“, monierte der Verwaltungschef, der grundsätzlich dazu bereit war, den Kindergarten auch in kommunale Trägerschaft zu überführen. Dies würde auch Synergieeffekte in der Verwaltung mit sich bringen, meinte Vesper.

Der Haupt- und Finanzausschuss empfahl, die Beschlussfassung aufs kommende Frühjahr aufzuschieben. Bis dahin soll eine neu gegründete Kommission die Situation beobachten. In der Kommission werden unter anderem Vertreter aller Fraktionen, des Gemeindevorstands und auch des Kuratoriums vertreten sein. „Ich bin froh, dass die Dinge nun offen auf dem Tisch liegen. Es geht nicht darum, der Kirchengemeinde mit Bösartigkeit zu begegnen“, stellte Vesper klar. Die Gemeindevertreter stimmten der Beschlussempfehlung einstimmig zu.

Betreuung wird teurer

Redebedarf hatten die Fraktionen auch beim Tagesordnungspunkt Kindergartengebühren. Während die SPD keiner weiteren Erhöhung aus Rücksichtnahme auf Alleinerziehende und Geringverdiener zustimmte, nahmen die anderen Fraktionen den Beschlussvorschlag an, ginge es in ihren Augen doch nur darum, die Gebühren aller Kindergärten Willingshausen zu vereinheitlichen. Der Satz wird von 21,82 Euro auf 22,50 Euro angehoben.

Von Regina Ziegler Dorhöfer

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