Kunstgeschichte

Momentaufnahmen aus der Künstlerkolonie: In Willingshausen war Heinrich Hoffmanns beste Zeit

Drei Maler und ein Schwälmer Mädchen: Hans Prinz ist inzwischen Eigentümer des Hoffmann-Bildes, das Teil der KuKuKs-Wege sein wird.
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Drei Maler und ein Schwälmer Mädchen: Hans Prinz ist inzwischen Eigentümer des Hoffmann-Bildes, das Teil der KuKuKs-Wege sein wird.

Heinrich Hoffmann stammte aus Kassel und lebte später in Heidelberg. Der Namensvetter des Struwwelpeter-Schöpfers hat aber heute nur noch als Willingshäuser Maler Bedeutung.

Willingshausen – Der Maler Heinrich Hoffmann schreibt sich zwar genau wie der noch heute sehr bekannte Autor und Psychiater des „Struwwelpeter“, doch sonst haben beide kaum etwas gemeinsam. In unserem Willingshausen-Beitrag in der großen Geburtstagsbeilage 75 Jahre HNA war es da leider zu einer Namensverwechslung gekommen, worauf uns Kunstsammler Hans Prinz aus Ziegenhain hinwies. Prinz kennt sich mit dem Werk des Malers Hoffmann, der 1859 in Kassel zur Welt kam, gut aus. Dieser Heinrich Hoffmann kam als junger Künstler in Deutschland durchaus weit herum, genoss eine akademische Ausbildung und wurde 1880 Mitglied der Willingshäuser Malerkolonie.

In der Schwalm schuf Hoffmann eine kleinere Anzahl von Gemälden, eins davon hat Kunstsammler Prinz erst vor Kurzem ankaufen können. Auf ihm sind drei Maler dargestellt, die mit Rucksack und Staffelei von Neustadt Richtung Willingshausen unterwegs sind. „Die Maler trafen zu ihren Besuchen für gewöhnlich mit Zug in Neustadt ein und liefen die sechs Kilometer bis nach Willingshausen, Gepäck wurde im 19. Jahrhundert vorausgeschickt.“ Aber es ist genauso gut möglich, dass das Motiv des eher kleinformatigen Bildes die Rückkehr von Künstlerkollegen von einer gemeinsamen Freiluftmalerei zeigt, so Prinz. Auf dem Bild ist außerdem ein Mädchen in Schwälmer Tracht zu sehen, das mit Korb und Krug am Wegesrand in die Gegenrichtung läuft, „sicherlich, um den Arbeitern ein Frühstück aufs Feld zu bringen.“

Hoffmann hat sich übrigens auch auf der bekannten Tür im heutigen Willingshäuser Malerstübchen im Gerhardt-von-Reutern-Haus verewigt. Von ihm stammt der Kinderzug am ganz unteren Rand der Tür. Zu sehen sind in dem Teilmotiv Schwälmer Kinder, die zu einem vor einer Staffelei stehenden Maler eilen, vermutlich stellt sich Hoffmann hier selbst dar. Auf der ehemaligen Wirtshaustür verewigte sich eine Reihe von Künstlern, die eben auch gern miteinander zechten. Mit der vereinten Bemalung der Tür entstand ein wunderschönes Kunstwerk, das zu besichtigen sich immer lohnt. Im Gerhardt-von-Reutern-Haus hatte sich einst das „Gasthaus Haase“ befunden, das beliebter Treffpunkt der Herren war. Zentral auf der Tür ist dann auch ein aufrecht stolzierender Hase, der eine gebogene, lange Pfeife raucht.

Maler Heinrich Hoffmann schloss sein Studium 1888 ab. In der deutschen Kunstgeschichte ist er als ein heute vergessener Heidelberger Künstler verzeichnet, wohin er in den 1880-er Jahren übersiedelt war. Es gibt keine Hinweise, dass er noch einmal nach Willingshausen gekommen wäre, bevor er im Alter von 73 Jahren 1933 in Heidelberg starb.

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