Abend bei Polka und Wurst

In Schwälmer Trachten: Neuauflage des Traditionsballs in Loshausen 

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Schwung und Schwälmer Röcke: Alle Gruppen der Tanz- und Trachtengruppe präsentierten am Samstag ihr Können vor großem Publikum.

Loshausen. Viele Tänzer hatten bei der Neuauflage des Wurstballes im Dorfgemeinschaftshaus in Loshausen ihren ersten Auftritt - und zwar standesgemäß in Schwälmer Trachten. 

Mit einer gehörigen Portion Lampenfieber zeigten sie am Samstagabend ihr Können vor großem Publikum.

„Es ist einfach schön, vor heimischem Publikum aufzutreten. Toll, dass wir viele neue Leute für unsere Trachtengruppe gewinnen konnten“, freute sich Tanzleiterin Doris Laudenbach, die sich mit sechs Paaren der Erwachsenengruppe präsentierte.

Kein Nachwuchsmangel 

In der Kindertanzgruppe mangelt es an Nachwuchs keineswegs, tummelten sich doch 20 Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren auf der Tanzfläche. Die Kinder waren es auch, die stets die Tanzfläche füllten, wenn der Schwalmexpress aufspielte und Zeit bis zum nächsten Programmpunkt überbrückt wurde. 

„Wir sind in unserer Tanz- und Trachtengruppe ganz vielfältig aufgestellt. Bei uns findet jeder sein Metier, ob mit oder ohne Tracht“, so Laudenbach.

Die Loshäuser Line-Dancer, hier rechts, mit Maximilian Worm und Lina Rühl.

Zu Beginn des Abends hatte sich zunächst der Singkreis vorgestellt, bevor dann die Kindertanzgruppe die Herzen des Publikums eroberte. Nach den Tanzdarbietungen der Erwachsenen gehörte die Tanzfläche der Line-Dance-Gruppe. Hier beeindruckte vor allem der Paar-Tanz mit den Herren, die drei Monate fleißig an den Schrittkombinationen übten, um für den Auftritt gerüstet zu sein.

Ball zuletzt in den 1960er Jahren 

Den Wurstball hätte es zuletzt in den 1960er Jahren gegeben, wo man sich noch vor Beginn der Fastenzeit zum Tanz getroffen habe und die im Winter bei Hausschlachtungen entstandene Wurst verkostete. „Selbst die Musiker wurden damals nur mit Wurst bezahlt“, wusste Laudenbach, die bei vielen Zeitzeugen um die Traditionen des Balles nachhörte. 

So gab es damals wie heute Wurstbrote und Schwälmer Kartoffelwurst zur Stärkung – und Käsebrot für die Vegetarier. „Fasching kannte man in der Schwalm lange nicht. Diese Tradition haben katholische Neubürger mitgebracht. Der Wurstball war unsere Art des Feierns in der Schwalm“, erklärte Laudenbach.

Jüngster Tänzer: Till Gonther (3) mit Tanzleiterin Anja Wimmer.

Grundsätzlich sei in Loshausen immer gerne gefeiert worden, hätte es doch vier große Tanzveranstaltungen im Jahr gegeben. „Zur Kirmes im Mai sind wir somit dann auch wieder alle dabei“, versprach die Tanz- und Trachtengruppe.

So unterstützten die Kirmesburschen auch den Wurstball mit ihrem Kommen und zeugten vom guten Miteinander vieler Generationen in Loshausen.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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