Neue Wege für das Wasser

Merzhausen: Abflussrinne soll Dorf vor Hochwasser schützen

Am 9. Juni wälzte sich eine Schlammlawine durch Merzhausen im Bild ein Traktor
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Tag danach: Am 9. Juni wälzte sich eine Schlammlawine durch Merzhausen, keine zwei Wochen später war der Ort erneut von einem Starkregenereignis betroffen. Eine Abflussrinne soll nun Schlimmeres verhindern.

Eine Querrinne soll Merzhausen bei Starkregen schützen, Schlamm und Wasser werden noch vor dem Ort abgeleitet. 40.000 Euro sind für das Projekt geplant.

Merzhausen. Beim Hochwasser-Schutz in Merzhausen tut sich etwas. Die Gemeinde plant, mithilfe einer befahrbaren Querrinne in der Fischbacher Straße, zu verhindern, dass bei Starkregen das Wasser und Schlamm über die asphaltierte Straße ungehindert ins Dorf fließen kann. Das bestätigen gegenüber der HNA Bürgermeister Heinrich Vesper sowie Ortsvorsteher Heinrich Keller.

Bereits zwei Mal war der Willingshäuser Ortsteil in diesem Sommer innerhalb kürzester Zeit durch Starkregenereignisse geflutet worden, ein drittes Mal sind die Merzhäuser mit einem blauen Auge davon gekommen. War es am Abend des 9. Juni überwiegend der Schlamm in den Straßen, der die Einsatzkräfte beschäftigte, so war die Lage in der Nacht zum 21. Juni eine andere: Die Kanäle konnten die Wassermassen nicht mehr fassen, so drückte die schmutzig-braune Brühe in den Kellern hoch. An die 50 Häuser waren betroffen. Das Unwetter am 8. Juli fand im Gegensatz zu den beiden anderen tagsüber statt, sodass die Merzhäuser die Kanaleinflüsse freihalten konnten.

Schutzmaßnahme kann schnell umgesetzt werden

Über zehn Meter soll nun die Entwässerungsrinne die Straße im Bereich des Friedhofs unterhalb des regulären Kanaleinlaufes queren. Darüber soll möglichst das Wasser, das der Einlauf bei Starkregen nicht aufnehmen kann, an anderer Stelle dem Kanal wieder zugeführt werden. Dessen Rohre sind nach Aussagen von Vesper ausreichend, um auch größere Wassermassen aufnehmen zu können.

Dies ist aus Sicht Vesper, eine Schutzmaßnahme, die schnellstmöglich umgesetzt werden könne. Die Kosten dafür betragen 40 000 Euro und werden – vorausgesetzt die Gemeindevertretung gibt dafür in ihrer Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht – im Vorgriff auf den Nachtragshaushalt bereitgestellt.

Rückhaltebecken ist nicht geplant

Die Möglichkeit, eine Art Rückhaltebecken zu bauen, sieht Vesper nicht gegeben. Eine solche Anlage sei wartungsintensiv – und was wäre, wenn ein Damm bräche und das Dorf dadurch überflutet würde? Auch die Option, Wasser und Schlamm in Wiesen umzuleiten, scheitert offenbar an Eigentumsfragen.

Trotzdem ist man in Willingshausen seitens des Merzhäuser Ortsbeirates und der Gemeinde weiter auf der Suche nach Lösungen. Wegen des Maisanbaus stehe man mit den Landwirten in Verbindung, auch werde die Abflusssituation von einem Büro berechnet, so Vesper

Mit Blick auf andere hessische Kommunen gäbe es aus Sicht des Dorfverbundes durchaus weitere Möglichkeiten, wenn entsprechend Geld in die Hand genommen würde.

Termin: Willingshäuser Gemeindevertretung, Donnerstag, 2. September, ab 20 Uhr in der Antrefhalle in Merzhausen. (Sylke Grede)

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