Verwandlung eines „Lochs“

Neuer Dorfplatz in Willingshausen punktet mit Multifunktion

Bei der Einweihung: von links Deniz Yertikaya, Till Thiel, Udo Schölling, Heinrich Vesper, Reinhold Corell und Jörg Haafke.
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Bei der Einweihung: von links Deniz Yertikaya, Till Thiel, Udo Schölling, Heinrich Vesper, Reinhold Corell und Jörg Haafke.

Vor acht Jahren wurde der Dorfplatz in Willingshausen noch als „Loch" betitelt. Am Samstag wurde die neue Dorfmitte nun offiziell eingeweiht. Und: Sie kommt gut an.

Willingshausen – Ob der großen Sommerhitze trauten sich zwar noch nicht viele Willingshäuser in die Mitte des neuen Dorfplatzes, dennoch aber haben sie ihren neuen Dorfmittelpunkt unlängst ins Herz geschlossen und verfolgten die Eröffnung am Samstagnachmittag von den schattigen Plätzen am Rande des Amphitheaters aus.

Planer Jörg Haafke, Bürgermeister Heinrich Vesper, Ortsvorsteher Reinnhold Corell und der Vorsitzende der Gemeindevertretung Udo Schölling ließen den langen Weg der Umgestaltung, die Hürden und Entwicklungsschritte noch einmal Revue passieren. Mit „dem Loch“ war seinerseits ein allseits umbauter, in die Jahre gekommener Spielplatz gemeint, der im Rahmen des Kinderspielplatzkonzeptes des Schwalm-Eder-Kreises mit 25 000 Euro aufgewertet werden sollte.

In Willingshausen kam schnell der Gedanke auf, dass mit dem Geld nicht nur ein Routinetausch von Spielgeräten finanziert werden sollte, sondern der Platz in seiner gesamten Funktion neu durchdacht werden müsste. Der Willingshäuser Planer Jörg Haafke erarbeitete ein Gesamtkonzept, das dem Platz eine Mehrgenerationennutzung erlaube. „Mir war die Öffnung des Platzes und seine Multifunktionalität wichtig“, so Haafke.

Der Ortsbeirat machte sich für den Mehrgenerationenplatz stark, doch blieb auch so manch politisches Gezänk nicht aus. 2015 lag dann endlich der Förderbescheid vor und es war klar, dass die Idee nur mit einem großen Anteil an Eigenleistungen umzusetzen war.

Klingt gut: Die beiden Musiker Kaspar Harbecke und Lemy Lehmann am Klangbogen.

Schon beim Entkernen des alten Spielplatzes packten viele Ehrenamtler mit an, die auch später noch mit Bohrhämmern, Akkuschraubern und Co. immer wieder zur Stelle waren, wenn Hilfe gebraucht wurde. Die Errichtung der großen Tribüne gehörte zu den ersten Meilensteinen der langwierigen Platzverwandlung.

„Ich fühlte mich wie ein Blitzableiter für all den Unmut, der zwischendurch aus Politik und aus dem Dorf so kundgetan wurde. Der lange Weg aber hat sich gelohnt“, so Ortsvorsteher Reinhold Corell, der immer wieder zwischen den Beteiligten vermittelte.

Dorfmitte ist viel mehr als nur Spielplatz für Kinder

2017, der Platz war noch lange nicht fertig, wurde er schon zur Eröffnung der Kirmes genutzt und auch andere Vereine entwickelten Nutzungsideen. So wurden die Vereine wie Feuerwehr, Landfrauen, Heimat- und Verschönerungsverein auch in die finanzielle Konzeptionierung miteingebunden, sodass dadurch auch wieder neue Fördermittel abgerufen werden konnten. Die Ungeduld im Dorf wuchs dennoch, man titulierte die Dauerbaustelle als „Stierkampfarena“ oder „Steinbruch“ und hin und wieder glaubte Planer Jörg Haafke selbst kaum noch an die Fertigstellung.

Platznachbar Dieter Schäfer sorgte mit seinem Angebot der Scheunenmitnutzung für einen neuen Motivationsschub und so wurde die Scheune mit ins Konzept aufgenommen. „An der weißen Scheunenwand können Filme gezeigt werden, der Sandkasten kann als Bühne umfunktioniert werden und das Klangspiel lockt sicher nicht nur Kinder zu musikalischen Experimenten“, so Haafke, der den Kindern auf dem Platz, trotz Karussell und Rutschbahn, nicht zu große Spielvorgaben machen wollte, um Freiheit für kreatives Spiel zu lassen. Einige aus dem Ort haben den Platz auch schon auf seine Tauglichkeit fürs Boulespielen getestet.

Am Ende, so rechnete Bürgermeister Heinrich Vesper vor, investierte die Gemeinde 26 000 Euro, weitere 75 000 Euro wurden als Fördergelder aus verschiedenen Quellen generiert. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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