Für Ankauf 5600 Euro investiert

Malerstübchen Willingshausen kaufte Werk des Künstlers  Kätelhön

Ausstellung: Helmut Geißel (Vorsitzender der Vereinigung Malerstübchen) und Bürgermeister Heinrich Vesper (rechts) empfingen Dr. Eva Pasche und Johanna Kätelhön (von links) in der Kulturhalle in Willingshausen. Fotos: Rose

Willingshausen. Der Zeichner und Radierer Herman Kätelhön war in der Blütezeit der Willingshäuser Malerkolonie neben Bantzer eine der bekanntesten Figuren, die den Ort künstlerisch prägten.

Gewürdigt wurde sein Werk mehrfach in Ausstellungen in der Kunsthalle Willingshausen. Aktuell sind Werke seines besten Freundes Wilhelm Thielmann zu sehen. Er porträtierte Hermann Kätelhön mit seiner Laute. Nach der Ausstellung wird das Bild - das in Privatbesitz der Familie Kätelhön war - in Willingshausen bleiben. Die Vereinigung Malerstübchen hat für den Ankauf 5600 Euro investiert.

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„Eigentlich ist das der einzige Ort, wo das Bild auch wirklich hingehört“, sagt Johanna Kätelhön - Schwiegertochter des Künstlers - die zu Besuch in der Schwalm war. Verhandelt hat sie mit dem Vorsitzenden der Vereinigung Helmut Geißel, für den sich mit dem Kauf des Bildes ein Wunsch erfüllt: „Er gehörte zum harten Kern der Willingshäuser Maler.“ Von 1910 bis 1916 reiste Kätelhön immer wieder in die Schwalm. „Das war für ihn eine sehr prägende Zeit“, erzählt seine Schwiegertochter.

Sie lernte ihren Schwiegervater, der 1940 starb, nicht kennen: „Aber mein Mann hat viel von ihm erzählt. Er muss ein toller Mensch gewesen sein.“ Ihr Mann habe seinen Vater jedoch selten gesehen: „Er hatte damals schon einen Fahrer und war ständig unterwegs, um an allen möglichen Orten zu zeichnen.“

Während ihn in der Schwalm die Menschen und ihre Arbeitswelt inspirierten, waren es im Anschluss die Bergleute, die er mit viel Detail und Hingabe porträtierte. In Wamel am Möhnesee - wo die Familie Kätelhön heute noch lebt - richtete Kätelhön 1938 eine Kupferdruckwerkstätte für Künstler ein. Später übernahm sie sein Sohn Henner: „Künstler rund um den Globus kamen zu uns in die Werkstatt. Ich habe sie versorgt und umsorgt“, erzählt die Schwiegertochter.

Diskussionen über Kunst

Man habe - ähnlich wie in der Karikatur von Thielmann über die Willingshäuser Maler - zusammen gesessen, viel getrunken und über Kunst geplaudert. „Und schwäbische Semmelknödel gegessen“, erinnert sich die 84-Jährige. Bis heute erreichten sie Dankesbriefe für den „Familienanschluss“. Heute sei in der ehemaligen Druckerei eine Galerie untergebracht. Der Sohn habe eine eigene Druckwerkstatt in Köln für moderne Kunst.

Das Porträt ihres Schwiegervaters habe viele Jahre allein an einer Wand in ihrem Haus gehangen: „Es ist der Lauf der Zeit, sich von Dingen zu trennen. Und hier in Willingshausen - da gehört das Bild einfach auch hin.“

Von Sandra Rose

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