Wie ein Sechser im Lotto

Rotes Kreuz Willingshausen: Neue Unterkunft für Ortsvereine

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Vor der neuen Unterkunft: Bereitschaftsleiter Reiner Knoch (links) und Vereinsvorsitzender Friedhelm Bechtel.

Das gibt’s unter den neun DRK-Ortsvereinen im Altkreis Ziegenhain nur einmal: Die Willingshäuser Rotkreuzler gehen seit einigen Tagen im eigenen Haus ein und aus. 

DRK-eigene Gebäude nutzen im gesamten Schwalm-Eder-Kreis außerdem noch die Ortsvereine in Felsberg und Gudensberg. Für alle anderen mietet der Kreisverband Räumlichkeiten, oder sie werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Es ist für uns wie ein Sechser im Lotto“, freuen sich Vorsitzender Friedhelm Bechtel und Bereitschaftsleiter Rainer Knoch. Mehr als 30 Jahre war das Willingshäuser Rote Kreuz im Gerhardt-von-Reutern-Haus untergebracht gewesen. 

Im Laufe der Jahre wurde die dortige räumliche Situation immer beengter. Das Katastrophenschutzfahrzeug musste bei einem Landwirt untergestellt werden, und das Rangieren des Einsatzleitwagens im Hof vor der Kunsthalle erforderte erhebliches Geschick der Fahrer. 

Mit einem neuen Nutzungskonzept für das Gerhardt-Reutern-Haus – es wird dort mehr Platz für die Kunst benötigt – musste eine neue Unterkunft für das Rote Kreuz gesucht werden. So entstand neben dem Alten Pfarrhaus ein neues Gebäude. 

Der Funktionsbau kostete insgesamt 300.000 Euro, der Anteil des DRK-Kreisverbands beträgt laut Pressemitteilung 146.000 Euro. Sehen lassen kann sich der Anteil an Eigenleistungen, den die Willingshäuser Rotkreuzler erbrachten.

Immerhin mehr als 400 Stunden haben die Vereinsmitglieder an ihrem neuen Domizil selbst gearbeitet. Das hat Bereitschaftsleiter Reiner Knoch ausgerechnet. Die Rot-Kreuz-Dienste seien in dieser Zeit angesichts der Doppelbelastungen etwas zurückgefahren worden, erklärt Vereinsvorsitzender Bechtel. 

Das neue Gebäude verfügt über einen Versammlungsraum, eine kleine Küche, Sanitär- und Abstellräume und natürlich eine große Garage für das Katastrophenschutzfahrzeug und den Einsatzleitwagen.

Bechtel und Knoch erhoffen sich mit dem neuen Domizil einen Anschub für die Nachwuchsarbeit. Aktuell fehlt ein Jugendbetreuer. Ansonsten ist das DRK in Willingshausen breit aufgestellt. In regelmäßigen Abständen werden die Blutspendetermine in der Antreffhalle organisiert. 

Die Bereitschaft stellt bei Veranstaltungen den Sanitätsdienst und beim Sanitätszug Schwalm-Eder-Süd einen Transporttrupp. Zudem unterstützt die Schnelleinsatzgruppe die Feuerwehren und die Helfer vor Ort überbrücken die Zeitspanne zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes. Ein Schwerpunkt ist auch die Seniorenarbeit. Aus dem Dorfleben ist der Ortsverein nicht wegzudenken. 

Nahezu jeder Haushalt in Willingshausen hat etwas mit dem Roten Kreuz zu tun, meint Bechtel. Der Ortsverein zählt insgesamt 200 Mitglieder, davon sind 61 in der Rotkreuz-Arbeit aktiv. Der Neubau hat den Verein weiter zusammengeschweißt, sind Bechtel und Knoch überzeugt. „Die Bereitschaft, Zeit zu opfern, ist da. Wir haben gemerkt, die Leute engagieren sich.“

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