Der Schlamm prasselte

Willingshäuser ärgert sich über massiven Steinschlag auf Auto

Pflegt seinen Wagen: Dutzende kleine Steinschläge verteilen sich über die Windschutzscheibe und Motorhaube des Wagens von Arno Ries. Ein Großteil entstand nachdem ein Traktor Schlamm und kleine Steinchen auf das Auto geschleudert hatte. Foto:  Schittelkopp

Willingshausen. Arno Ries ärgert sich mächtig. Ein Traktor schleuderte kürzlich jede Menge Schlamm, Schmutz und Steinchen auf den Wagen des Wasenbergers. Mit den Schäden an seinem Auto steht der 50-Jährige nun allein da.

Arno Ries war mit einem Bekannten von Wasenberg nach Treysa unterwegs. An jenem Tag regnete es stark. Die beiden Männer beobachteten, wie ein Traktor mit Gülleanhänger von einem Feldweg auf die Straße bog. Das Fahrzeug kam von der Biogasanlage in Wasenberg. Ries fuhr rechts ran, um den Traktor vorbeizulassen.

„Da prasselte schon der ganze Schlamm aufs Auto“, erzählte Ries. Als der Traktor beschleunigte, schleuderte es Steinchen und Dreck auf das Auto. Ries fuhr dem Traktor hinterher, er ließ sich vom Fahrer die Telefonnummer des Landwirts geben. Doch dieser habe nur wenig Verständnis gezeigt: „Er hat sich über mich lustig gemacht.“

Also wollte Ries den Schaden bei der Polizei anzeigen: Dutzende kleine Steinschläge finden sich im Lack der Motorhaube, Stoßstange und im Glas der Frontscheibe seines Mercedes’, das Auto war völlig verdreckt.

Doch die Beamten hätten wegen Geringfügigkeit keine Anzeige aufgenommen, außerdem stehe der Wasenberger in der Beweispflicht, dass die Schäden nicht schon vorher am Auto waren - und das obwohl er einen Zeugen mit im Wagen sitzen hatte.

Also wandte er sich an seine Versicherung. Laut des Gutachters wird zwar die Frontscheibe getauscht, doch auf den Schäden im Lack bleibt der Wasenberger sitzen, das zähle zu normalem Verschleiß. Für den 50-Jährigen ist das unverständlich.

Er pflegt sein Auto regelmäßig. Normalerweise zieht er sogar einen Schutz über die Motorhaube, einen so genannten Haubenbra, doch an jenem Tag hatte er ihn abgenommen, weil er nass war. Er will nun versuchen, über die Versicherung des Landwirts einen Teil des Schadens ersetzt zu bekommen.

Ries ist der Ansicht, dass wenn der Traktor langsamer gefahren wäre, der Steinschlag nicht passiert wäre. Auch über die Reaktion des Landwirts ist er entsetzt: „Zumindest eine Entschuldigung wäre nett gewesen.“

Er sagt, dass es hier auf dem Land normal sei, dass Traktoren und Schlepper auf den Straßen unterwegs seien. Besonders während der Maisernte herrsche rund um die Biogasanlage in Wasenberg Hochbetrieb. Auch entstünde dabei Dreck.

Doch er wünscht sich mehr Rücksichtnahme der landwirtschaftlichen Fahrzeuge auf andere Verkehrsteilnehmer. So könnte Ärger, wie er ihn derzeit hat, vermieden werden.

Von Claudia Schittelkopp

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.